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Hochschule der Medien

Führungsstile in Theorie und Praxis

Die Kunst des Führens

Das Studium ist abgeschlossen, der erste Job wartet: Mit dem Start in das Berufsleben ändern sich nicht nur der Status und die Erwartungen der Umwelt an den Einzelnen. Auch müssen sich Berufseinsteiger erst an die neue Rolle als Mitarbeiter und damit einhergehend an den Umgang mit verschiedenen Führungsstilen gewöhnen. Über die unterschiedlichen Stile, deren Übertragbarkeit auf die Praxis und die Bedeutung für Berufseinsteiger gibt Prof. Dr. Michael Weißhaupt Auskunft.

Die Social Skills der HdM-Studierenden werden beispielsweise in Seminaren wie Personalführung oder Personalmanagement geschult.

Die Social Skills der HdM-Studierenden werden beispielsweise in Seminaren wie Personalführung oder Personalmanagement geschult.

Theorie: Welche Führungsstile gibt es?

„Die klassische Führungsstilforschung, die auf die Experimente von Kurt Lewin Ende der 30er Jahre zurückgeht, unterscheidet drei Führungsstile: den autoritären, den demokratischen und den laissez-faire Führungsstil", weiß Michael Weißhaupt, Professor für Human Resource Management an der Hochschule der Medien.
Beim autoritären Stil ist der Vorgesetzte alleiniger Entscheider, die Mitarbeiter befinden sich rein in der Funktion der Ausführenden. Deshalb herrscht zwischen Führenden und Geführten ein distanziertes Verhältnis. Die demokratische bzw. partizipative Führungsweise ermöglicht den Mitarbeitern mehr Entscheidungsfreiheit und Selbstkontrolle, die Beziehung zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern ist persönlich und offen. Beim laisser-faire Stil haben die Mitarbeiter die volle Freiheit, die Führungskraft zeigt geringe Anteilnahme und bevorzugt ein unpersönliches Verhältnis.

Dass der demokratische Führungsstil bis auf wenige Bereiche gegenüber dem autoritären Stil Vorteile hat, zeigen Studien von Lewin: Dabei untersuchte er die Auswirkungen der Führungsstile auf Variablen wie beispielsweise Arbeitsintensität, Zufriedenheit und Motivation. Spätere Führungsstilkonzepte erweiterten diese eindimensionale Betrachtung um Dimensionen wie „Aufgabenorientierung" und „Mitarbeiterorientierung".

Praxis: Wie wird geführt?

Welcher Führungsstil am häufigsten praktiziert wird, lässt sich schwer sagen, meint Prof. Dr. Michael Weißhaupt. Das liege zum einen daran, dass es kaum aktuelle Studien gibt und zum anderen, dass der Stand der Wissenschaft und die Bedeutung des Themas in der Praxis auseinanderfallen.
Auch lassen sich die in der Theorie aufgeführten Führungsstile schwer an Charakteren aus der Unternehmenspraxis aufzeigen. „So wäre es zu einfach Steve Jobs als Prototyp eines erfolgreichen charismatischen Leaders aufzuführen, denn diese Betrachtung verkennt, dass erfolgreiche Führung ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Akteure, situativer Parameter, Persönlichkeitseigenschaften, Verhalten und Dingen ist, die real gar nicht existieren, wie z.B. Regeln, Prozesse, Normen oder Wertvorstellungen.", erklärt der Professor für Human Resource Management. Eine erfolgreiche Führung lässt sich daher nicht allein auf den Führungsstil zurückführen. Neben dem Führungsstil spielen vor allem persönliche Denkweisen und äußere Umstände eine Rolle.

Berufseinsteiger und Führung

Betrachtet man die Wünsche von Berufseinsteigern hinsichtlich der Führungsstile, darf man es nicht nur verallgemeinern, dass junge Menschen eine autoritäre Führung ablehnten und demokratisch, partizipativ geführt werden wollen. Prof. Dr. Michael Weißhaupt schildert dies an einem Beispiel: „Wenn eine Feuerwehr ein brennendes Haus löscht, geht ohne klare Ansage und eindeutige Befehle gar nichts. Diskussionen, Partizipation, Mitreden und Mitbestimmen wollen, sind in dieser Situation wenig zielführend. In vielen Unternehmen brennt es auch hin und wieder. In solchen Situationen akzeptieren viele Mitarbeiter dann auch eine straffe, autoritäre Führung, die sie ansonsten vielleicht nicht akzeptieren würden." Dementsprechend wichtig ist es beim Thema Führung die Situation und den Kontext zu berücksichtigen.

Prof. Dr. Michael Weißhaupt rät deshalb Berufseinsteigern früh die so genannten Social Skills zu schulen: „In Führungssituationen sind alle personalen Kompetenzen hilfreich, die in jeder sozialen Interaktion eine Rolle spielen, zum Beispiel sich in einen anderen hineinversetzen oder angemessen auf andere Menschen reagieren zu können. An diesen sollte man arbeiten und diese weiterentwickeln, da sie einem helfen mit Menschen unterschiedlichster Couleur umzugehen."

Quelle:
www.welt.de

 

 

Lisa Messer

VERÖFFENTLICHT AM

11. Dezember 2013

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