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Social Media bei Olympia

Knebeln die IOC-Guidelines die Athleten?

Das IOC (International Olympic Committee) legt den Winter-Olympioniken während der Spiele in Sotschi strenge Regeln für ihre Social Media-Aktivitäten auf, in den Medien hagelt es dafür Kritik. Wir haben uns einmal angeschaut, welche Auswirkungen die IOC Social Media-Guidelines auf die Facebook-Seiten der Athletinnen und Athleten haben.

Zur Detailansicht Die Website des Biathleten Ole Einar Björndalen ist während Olympia gesperrt (Foto: http://www.oleeinarbjoerndalen.com/ )

Die Website des Biathleten Ole Einar Björndalen ist während Olympia gesperrt (Foto: http://www.oleeinarbjoerndalen.com/ )

Zur Detailansicht Renn-Rodler Felix Loch ist während der Spiele sehr aktiv auf Facebook (Foto: https://www.facebook.com/felixloch.de?fref=ts )

Renn-Rodler Felix Loch ist während der Spiele sehr aktiv auf Facebook (Foto: https://www.facebook.com/felixloch.de?fref=ts )

Olympia - für jeden Leistungssportler ist das der große, aber meistens unerreichbarer Traum. Alle, die es dorthin schaffen, sind hellauf begeistert und überwältigt von den vielen Eindrücken. Über Social Media-Plattformen wie Facebook, Twitter oder Instagram teilen die Athleten schon seit Jahren ihr sportliches und privates Leben mit ihren Fans. Die mediale Präsenz ist nicht nur für die Gunst des Publikums, sondern vor allem auch für Sponsoren wichtig. Und Sponsoren brauchen sie alle, um in Sachen Training und Material auf internationalem Niveau mithalten zu können.

Keine Videos, keine Audio-Aufnahmen, keine Sponsoren

Für die Athletinnen und Athleten der olympischen Winterspiele im russischen Sotschi aber heißt es auf Facebook und Co.: Vorsicht! Denn das IOC hat in seinen Social Media-Guidelines genau festgelegt, was und wie die Sportler zu twittern, posten und teilen haben: Videos und Audio-Aufnahmen sind komplett verboten, Sponsoren dürfen auch nicht zu sehen sein. Geschrieben werden darf nur „in der Ich-Perspektive in Form eines Tagebuchs." So versucht die Organisation offenbar, die Exklusivrechte der TV-Sender zu schützen. Vorsorglich haben einige Teilnehmer daher ihre Social Media-Aktivitäten drastisch zurückgefahren oder, wie zum Beispiel der norwegische Biathlon-Olympiasieger Ole Einar Björndalen, ihre Homepage für den Zeitraum der Spiele gleich ganz gesperrt.

Der zweite Blick auf die Kritik

Die Vorgaben des IOC haben schon im Vorfeld der Spiele große Kritik in den Medien ausgelöst. Olympische Spiele ohne Social Media? Im Jahr 2014 undenkbar. Innerhalb seiner Regeln ermutigt das IOC ausdrücklich zum „Teilen von Fotos". Schaut man sich die Facebook-Präsenzen der deutschen Athleten an, ist dort von Zurückhaltung oder Einschränkung kaum etwas zu sehen. Bei Felix Loch zum Beispiel - Doppel-Olympiasieger im Rennrodeln - sprühen die Posts vor guter Laune und Witz, täglich werden Fotos aus dem olympischen Dorf und von Medaillen-Parties veröffentlicht. Auch die anderen Olympia-Teilnehmer lassen die Fans fleißig und fröhlich am Abenteuer Olympia teilhaben. Einen großen Unterschied zu den Aktivitäten vor den Spielen ist kaum zu erkennen. Denn auch in der Vergangenheit waren es hauptsächlich Fotos und kurze Berichte über Wettkämpfe oder Foto-Shootings, die die Sportler posteten - und wie sonst, als in der Ich-Perspektive?

Prinzip vs. Realität

Es ist weder zeitgemäß, noch ein Zeichen von Vertrauen, wenn das IOC versucht, seine Sportler in ein strenges und manchmal absurdes Regelwerk zu pressen. Mit sonderbaren Entscheidungen, wie der Rüge der norwegischen Damen-Biathlonmannschaft wegen des Tragens eines Trauerflors bei den Wettkämpfen, poliert die Organisation ihr Image jedenfalls kaum auf. Auch der Sinn der Social Media-Guidelines mag vielen verschlossen bleiben, prinzipiell sind sie sicher zu hinterfragen. Auf das mediale Tagesgeschäft der Teilnehmer aber haben sie keine gravierenden Auswirkungen.

 

Quellen: zeit.de
             olympic.org
             facebook.com
             heise.de

Alexandra Peschke

VERÖFFENTLICHT AM

19. Februar 2014

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Alexandra Peschke

am 25.02.2014 um 14:26 Uhr

Hallo Herr Fink, vielen Dank für Ihren Kommentar. Was genau meinen Sie mit "zu kurz gekommen"?

Sebastian Fink

am 21.02.2014 um 18:19 Uhr

Generell finde ich das einen guten und informativen Artikel, leider ist mir bei dem Versuch die Quellenartikel zu lesen aufgefallen das der Verweis auf diese etwas zu kurz kommen ist.

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