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Medienstrategie

Stein um Stein – Legos Medienerfolg

Der Höhepunkt des medialen Lego-Hypes scheint vorerst erreicht: Am vergangenen Donnerstag, den 10. April 2014, startete "The Lego Movie". Schon vorher überschlugen sich die Medien geradezu vor Begeisterung über das Merchandising der kleinen Plastiksteinchen. Hier eine Zusammenfassung.

Die bunte Welt von Lego. (Quelle: ru.wikipedia.org, Foto: Alan Chia)

Es ist keine geringere als die New York Times, die 2009 als eine der ersten Zeitungen die Erfolgsgeschichte von Lego aufschrieb. "The story of Lego's renaissance isn't just a toy story", hieß es im Artikel. Denn 2004 war das Unternehmen beinahe pleite - statt sich auf das Kerngeschäft zu konzentrien, expandierte Lego und investierte in Videospiele, Freizeitparks und Textilien.

Dann kam Jørgen Vig Knudstorp, ehemaliger Berater bei McKinsey, und übernahm die Geschäftsführung. Er schaffte es, woran niemand mehr zu glauben wagte, indem er das Unternehmen von den Nebengeschäften löste und sich wieder ganz auf die Marke mit dem Kerngeschäft 'Plastiksteinchen' konzentrierte. Seit dem Turnaround 2004 wächst das Unternehmen - die Eroberung des chinesischen Marktes soll ab 2017 erfolgen. 2000 Mitarbeiter produzieren dann in der Stadt Jiaxing die Klötzchen.

Emmet: Neuer Liebling des Feuilletons

Der Held des neuen Lego Films als Taschenlampe: Emmet. (Quelle: universaltrends.de)
Zwei Jahre nach der New York Times griff auch das deutsche Wirtschaftsmagazin brand eins die Lego Erfolgsgeschichte auf. Im Herbst 2013 blickte David Robertson für das Wired Magazine hinter die Kulissen der bunten Steinchen. Jetzt, im April 2014, ist der zweitgrößte Spielzeughersteller der Welt aus Billund in Dänemark wieder in aller Munde: Die Kulturressorts der Medien berichten vielfach über den Titelhelden Emmet aus dem neuen Lego-Film.

Der kleine Bauarbeiter in orangenem Overall ließ es sich auch nicht nehmen, die Redaktion der Bild zu besuchen. Die Lego-Figuren von Chefredakteur Kai Diekmann und Autor Norbert Körzdörfer zeigten ihm die Räumlichkeiten in der Berliner Axel-Springer-Straße, blätterten mit ihm in der kleinsten Bild-Ausgabe aller Zeiten und plauderten mit Emmet auf der Bild-Couch über seine neue Rolle als Kino-Held.

Erinnerungen an damals

Bereits Anfang des Monats beschäftigte sich der Stern auf zehn Seiten mit Lego. Hier ging es allerdings weniger um den Film, als um ein persönliches Erinnerungsstück an das Spielzeug von Jochen Siemens. Er verglich die Marke mit Größen wie Google, Cola oder Apple. Ganz ähnlich sieht es bei den anderen Blättern aus: Spiegel Online titelte am 9. April 2014 "Klötzchen statt kleckern", die FAZ verwies am selben Tag auf die Lego-Innovation - sie sei "die Mutter der Spielzeugkiste" und der Capital erhob Lego bereits Ende März 2014 mit seiner Geschichte "Der Stein der Weisen" zur Legende der Kindheit.

Auch der Bayrische Rundfunk konnte sich dem Hype nicht entziehen und fragte im Tagesgespräch am 15. April 2014: "Was ist Lego für Sie?" Hier, wie auch in den anderen Geschichten ging es nicht darum, die kleinen Lego-Fans anzusprechen. Die kleinen Steinchen scheinen bei den Journalisten Erinnerungen aus eigenen Kindheitstagen zu wecken. Erinnerungen, die sie jetzt aufschreiben können.

Lego ist nicht nur zum Spielen gut

Spricht der Jugend- und Musiksender Viva über Lego, geht es weder um den Film, noch um Kindheitserinnerungen. Hier widmete man sich am 13. April 2014 der modebewussten Seite der Lego-Figuren. Der Künstler Adly Syairi Ramly beispielsweise verwandelte die kleinen gelben Männchen für seine Streetwear-Fotostrecke in Models: Basecap, Baggy Pants und bedruckte Sweatshirts setzen Streetwear-Brands neu in Szene.

Quelle:
bild.de
stern.de
brandeins.de
viva.tv
nytimes.com
faz.net
brandeins.de
capital.de
br.de
wirded.co.uk
spiegel.de

Stephanie Frank

VERÖFFENTLICHT AM

17. April 2014

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