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Starke Frauen: Buchtipp Tussikratie

Super Tussis - blöde Männer?

Leben wir wirklich in einer Gesellschaft, in der Männer Macht und Geld unter sich aufteilen? Und sind Frauen so benachteiligt wie es scheint? Theresa Bäuerlein und Friederike Knüpling sagen: Nein! In ihrem Buch "Tussikratie" schreiben sie, dass wir in einer Welt leben, in der "Frauen nichts falsch und Männer nichts richtig machen können".

"Tussikratie", 320 Seiten, Heyne Verlag

"Tussikratie", 320 Seiten, Heyne Verlag

Zur Detailansicht Die Definition von Tussikratie auf der Rückseite des Buches

Die Definition von Tussikratie auf der Rückseite des Buches

Hält man das Buch mit seinem schrillen Cover aus schwarz und neon-orange in der Hand, kommt einem sofort der Gedanke: Oh Nein. Schon wieder ein Buch, in dem Frauen anderen Frauen sagen wollen, wie sie leben sollen und was sie alles falsch machen. Aber nein - in "Tussikratie" kritisieren die beiden Autorinnen die aktuelle Feminismusdebatte und betrachten diese aus einem neuen Blickwinkel. Theresa Bäuerlein und Friederike Knüpling können sich nicht damit identifizieren, wie darauf beharrt wird, dass Frauen grundsätzlich und in allen Bereichen benachteiligt seien.

"Es stimmt etwas nicht in der Feminismusdebatte"

Mit dem Begriff Tussikratie ist eine Gesellschaft gemeint, in der sich Frauen benachteiligt fühlen, weil sie weniger verdienen, seltener in Vorständen sitzen und dann auch noch den Haushalt schmeißen. Außerdem hätten sie unter Männern zu leiden, die mit starken Frauen einfach nicht zurechtkämen. Als ihre Gegner hätten sie "die Männer" identifiziert. Diese seien schuld an dem schlechten Leben der Frauen, die heute so unglücklich seien wie nie zuvor und die Männer entweder belächeln oder verachten würden. Denn es sei eben eine komfortable Situation, die Verantwortung dafür, dass es insgesamt nicht so laufe, wie man sich das gerne wünsche, den Männern zuzuschieben.

Ein Klassenproblem?

Die Konsequenz: Die Frauen müssen um ihre Unterdrückung zu bekämpfen, die Männer benachteiligen. Man dreht den Spieß also einfach um. Den Frauen ging es schließlich so lange schlecht und deswegen müssen jetzt die Männer leiden. Und genau dagegen argumentieren die beiden Autorinnen. Ihnen geht es allerdings nicht darum, die meistens auch sehr berechtigten und wichtigen Anliegen der Frauen abzutun, sondern die ganze Debatte neu zu betrachten. Zum Beispiel, ob es nicht weniger ein Frauen-Männer-Ding ist, mit dem wir es zu tun haben, sondern viel mehr ein Arbeitsproblem. Das heißt, wie lange und für wie viel Geld und wie frei wir arbeiten. Man habe es nicht mit einem Genderproblem, sondern mit einem Klassenproblem zu tun und da sei es doch überhaupt nicht clever, sich gegenseitig zu zerfleischen. Besser wäre es, man würde versuchen, zusammen etwas zu ändern.

Alisa Augustin

VERÖFFENTLICHT AM

16. Mai 2014

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