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Hochschule der Medien

Jubiläum

Auf was stehen YouTube-Zuschauer?

Vor zehn Jahren ging YouTube an den Start. Heute wird auf der Videoplattform nicht nur konsumiert, sondern auch produziert. Einige der Webvideo-Produzenten haben sich zu richtigen Stars entwickelt. An der Hochschule der Medien (HdM) haben sich die Teilnehmer des Seminars "International Media Research" mit YouTube-Stars in ausgewählten Ländern auseinandergesetzt und herausgefunden, auf was die Zuschauer stehen.

Gamer und YouTube-Star Gronkh ist die Nr. 1 in Deutschland. Quelle: Wikimedia/Marie Schmidt

Gamer und YouTube-Star Gronkh ist die Nr. 1 in Deutschland. Quelle: Wikimedia/Marie Schmidt

Weltstar PewDiePie mit seiner Freundin CutiePieMarzia. Quelle: Screenshot youtube.com/pewdiepie

Weltstar PewDiePie mit seiner Freundin CutiePieMarzia. Quelle: Screenshot youtube.com/pewdiepie

In der Ukraine gehört ein Kinderarzt (Doctor Komarovskiy) zu den beliebtesten YouTubern. Quelle: Wikimedia/komarovskiy.net/avtobiografiya

In der Ukraine gehört ein Kinderarzt (Doctor Komarovskiy) zu den beliebtesten YouTubern. Quelle: Wikimedia/komarovskiy.net/avtobiografiya

In Deutschland heißen die aktuellen YouTube-Stars Gronkh, YTITTY oder Dagi Bee. Sie unterhalten als Gamer, Comedian oder Makeup-Expertin ein Millionenpublikum. Den Zuschauern gefällt es, wenn ihre Stars zudem Geschichten aus dem Privatleben erzählen und sich mit dem Partner - ebenfalls YouTuber - vor der Kamera präsentieren. Vor allem Jugendliche verfolgen sie dabei.

YouTube-Stars gibt es inzwischen auf der ganzen Welt und ihre Fans vor den Bildschirmen werden täglich mehr. Im Wintersemester 2014/2015 waren sie deshalb Forschungsthema im Seminar "International Media Research". Die Idee dazu hatten Prof. Dr. Bettina Schwarzer und Tamara Ebner aus dem Studiengang Online-Medien-Management, die das internationale Seminar auch betreuten. 16 Länder flossen in die Untersuchung ein, darunter Schweden, die Ukraine oder Venezuela. Die Studenten sollten die 100 beliebtesten YouTube-Kanäle in dem ausgewählten Land näher untersuchen und herausfinden, welche Personen das Ranking anführen und welche Themen besonders beliebt sind bei den Zuschauern. Auch sollte auf die demographische Entwicklung der Länder eingegangen werden.

Der Weltstar unter den YouTubern

Die Untersuchung zeigte: YouTuber, die über Ländergrenzen hinweg bekannt sind, gibt es nur wenige. Der Großteil ist vor allem im eigenen Heimatland bekannt und spricht darüber hinaus in seiner Muttersprache. "Dazu kommt, dass präsentierte Artikel, wie Beauty-Produkte oder Videospiele, nicht in jedem Land erhältlich sind beziehungsweise nicht überall im Trend liegen", erklärt Tamara Ebner.

Daher überrascht es, dass die unangefochtene, weltweite Nummer eins seit August 2013 ein Gamer ist. Der Schwede PewDiePie, der inzwischen mit seiner Freundin und YouTuberin CutiePieMarzia in England lebt, spielt und kommentiert auf Englisch Videospiele und bewegt damit Massen. In seiner Heimat Schweden folgt ihm, weit abgeschlagen, der Musiker Avici auf Platz zwei.

Im Februar 2015 haben bereits über 34 Millionen Personen weltweit seinen Kanal abonniert. Laut dem "Wall Street Journal" soll er damit 2013 vier Millionen US-Dollar verdient haben. PewDiePie hat mehr Abonnenten und Videoklicks als internationale Musikstars wie Taylor Swift oder One Direction, die neben ihm in den Top 10 der weltweiten YouTube-Kanäle zu finden sind. Das Seminarergebnis verdeutlicht, dass Games, Musik, TV-Shows und Comedy die beliebtesten Genres sind. "Videospiele ziehen dabei Zielgruppen jeden Alters an", so Tamara Ebner.

Besonderheiten am Beispiel Ukraine

Auch in der Ukraine steht die Kategorie Games an erster Stelle. 30 Prozent der 100 beliebtesten YouTube-Channels handeln davon. Die Seminar-Teilnehmerin Ganna Mößner ist gebürtige Ukrainerin und hat YouTube in ihrem Heimatland analysiert. Sie weiß, dass viele Leute Videogames zum Zeitvertreib spielen und glaubt, dass die hohe Arbeitslosenquote ein Grund für die altersübergreife Beliebtheit ist. Auf Platz zwei der ukrainischen Top 100 liegen mit 17 Prozent TV-Shows. Die Zuschauer verfolgen dabei am liebsten Castingsshows im Stil von X-Faktor.

Die politische Lage eines Landes beeinflusst das Interesse der Bürger für Newsbeiträge. In der Ukraine sind fast ein Fünftel der Top 100 Nachrichten-Kanäle. "Das Internet war 2014 die zweitwichtige News-Quelle im Land und auf YouTube herrscht freie Meinungsäußerung," weiß Ganna Mößner. Das gilt auch für andere untersuchte Länder. In Venezuela beispielsweise wird YouTube als ein Aufklärungsmedium für die Bevölkerung gesehen.

Stars wechseln

Als Ganna Mößner ihre Studie über die Ukraine Ende Januar abgab, waren in ihrem Heimatland Ukraine die beliebtesten YouTuber ein Kinderarzt (Doctor Komarovskiy), eine Visagistin (Anastasiya Shpagina), die sich in Stars wie Angelina Jolie verwandelt, und eine Sängerin/Schauspielerin/Model (Kamaliya). "Doch das Ranking der Top-YouTube-Stars kann sich sehr schnell wieder verändern", stellte die Studentin während der Untersuchung fest.

Quellen:
Meedia.de
Socialblade.com
Socialbakers.com

Fotoquelle Titelbild:
PewDiePie@ YouTube

Ann-Katrin Wieland

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