DE

| EN

Studieren. Wissen. Machen.

Hochschule der Medien

Shitstorms

Wenn eine Scheibe Wurst die Gemüter erhitzt

Was haben Prominente wie Fernsehkoch Tim Mälzer und die Millionärsfamilie Geiss mit den Unternehmen Nestlé oder Henkel gemeinsam? Sie alle hatten schon die unliebsame Begegnung mit einem Shitstorm. Wir stellen einige Fälle von bekannten Persönlichkeiten und Unternehmen vor und klären, ob Shitstorms möglicherweise überbewertet werden.

Soziale Medien sind für Unternehmen, Institutionen und Personen des öffentlichen Lebens längst unverzichtbar geworden. Wer hier vertreten ist, bietet eine Plattform zur interaktiven Kommunikation. Doch trotz der Einfachheit, sich untereinander auszutauschen, bergen Facebook und Co. auch das Risiko, dass einzelne Personen sich zu Gruppen zusammenschließen und auf den jeweiligen Seiten für jedermann sichtbar ihren Unmut kundtun. Negative Beiträge und Kritik können eine schwer zu kontrollierende Eigendynamik entwickeln, ein Shitstorm kann entstehen. Bei dieser öffentlichen Online-Empörungswelle werden sachliche Kommentare mit persönlicher Kritik vermischt und oft sehr aggressiv oder mit Beschimpfungen geführt.

Slumfotos und Schweineköpfe

Das Foto in den Slums von Kolumbien sorgte für viel Furore im Netz. (Bild: Screenshot Facebook/Carmen Geiss)
Erst vor Kurzem machten gleich zwei mediale Persönlichkeiten negativ auf sich aufmerksam: Carmen Geiss, die durch die Dokuserie "Die Geissens - Eine schrecklich glamouröse Familie" bekannt wurde, postete auf ihrer Facebook-Seite mehrere Bilder in den Slums von Kolumbien: Auf einem posiert sie in Designersonnenbrille, rosa Hut und Kleid, neben ihr steht ein ärmlich aussehender Einheimischer, dahinter sind die einfachen Hütten und Kochstellen zu erkennen. Für Fans und Nicht-Fans war das zu viel Geschmacklosigkeit und der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Ihren Unmut brachten die Nutzer deutlich zum Ausdruck. Die Konsequenz: Ihr Werbepartner, der Reiseshoppingsender Sonnenklar.TV, kündigte die Zusammenarbeit umgehend, was dem Geiss'schen Vermögen wohl keinen Abbruch tut.

Auch das Schweinekopf-Posting von Tim Mälzer empörte viele Facebook-Nutzer. (Bild: Screenshot Facebook/Tim Mälzer)
Kurz darauf erhitzte erneut das Foto eines Promis die Gemüter: Fernsehkoch Tim Mälzer veröffentlichte auf seiner Facebook-Seite ein Foto seines Küchenchefs, auf dem dieser statt seines Kopfes den eines Schweins in die Kamera hält. Dies ging vielen Fans deutlich zu weit. Es hagelte Beschimpfungen und Vorwürfe, von "Perversion" und "Geschmacklosigkeit" war die Rede. Sämtliche Erklärungsversuche seitens Mälzer scheiterten, Vegan-Koch Attila Hildmann heizte die Diskussion zusätzlich an, indem er fragte, wer denn das echte Schwein sei. Tim Mälzer nahm die Aufruhr gelassen und veröffentlicht einige Tage später ein Foto mit einem Kürbis und der Frage "Besser so?!".

Häufig trifft es Unternehmen

Auch Unternehmen sind häufig von Shitstorms betroffen. Oft entstehen sie aus einer bereits vorhandenen oder schwebenden Krise, doch es kann ebenso gut vorkommen, dass sie über ein Unternehmen unvorbereitet hereinbrechen. Von selbst provoziert bis völlig unverhofft - auf der nächsten Seite geht es mit Shitstorms von Unternehmen weiter.

 


Lesen Sie weiter auf der nächsten Seite:
Beispiele für Shitstorms von Unternehmen


VERÖFFENTLICHT AM

29. Februar 2016

KONTAKT

Prof. Dr. Swaran Sandhu

Crossmedia-Redaktion/Public Relations

Telefon: 0711 8923- 2226

E-Mail: sandhu@hdm-stuttgart.de

ARCHIV

Medienwelt
WAS DENKEN SIE DARÜBER?


Verstanden

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren