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Hochschule der Medien

Blutspende

"Nur ein kleines Opfer"

Alle fünfzehn Minuten erkrankt ein Mensch in Deutschland an Blutkrebs. Um zu helfen, organisierten Studenten der Hochschule der Medien (HdM) im Wintersemester 2015/2016 eine Typisierungsaktion. Dank dieser wurde tatsächlich ein passender Spender für einen Blutkrebs-Patienten gefunden: HdM-Student Johannes Kammerer.

HdM-Student Johannes Kammerer hat für einen Leukämie-Patienten Blut gespendet, Foto: Marleen Kledig

HdM-Student Johannes Kammerer hat für einen Leukämie-Patienten Blut gespendet, Foto: Marleen Kledig

Mitarbeiterinnen bei der Bearbeitung der Wattestäbchen neuer Spender, mit Hilfe derer die Gewebemerkmale typisiert werden, Quelle: DKMS

Mitarbeiterinnen bei der Bearbeitung der Wattestäbchen neuer Spender, mit Hilfe derer die Gewebemerkmale typisiert werden, Quelle: DKMS

"Es ist nur ein kleines Opfer im Vergleich zu dem, was man mit so einer Spende erreichen kann", sagt Johannes Kammerer. Der 25-Jährige studiert Audiovisuelle Medien im Bachelor an der HdM und spendete einem Leukämie-Patienten seine Stammzellen. "Hoffentlich konnte ich dem Patienten damit helfen", sagt er. Dabei war ihm die Relevanz des Ganzen nicht wirklich bewusst, als er sich spontan bei der Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmark Spenderdatei (DKMS) an der HdM registrieren ließ. Doch schon sechs Wochen danach erhielt Johannes Kammerer einen Brief von der DKMS, in dem stand, dass er als Spender in Frage kommt.

Lebensretter ohne Zweifel

Mit dem Briefbescheid wurde ein Fragebogen verschickt, in dem der HdM-Student Angaben zu seiner Gesundheit und Krankheitsgeschichte machen musste. Darüber hinaus wurde ihm eine ärztliche Voruntersuchung beim Hausarzt vorgeschrieben. Dieser entnahm ihm Blut, um herauszufinden, ob seine Gewebemerkmale wirklich mit denen des Patienten übereinstimmen. Auch Allergien und eine mögliche HIV-Infektion wurden dabei überprüft. Wenige Wochen später folgte eine weitere Voruntersuchung in einer Einrichtung der DKMS in Tübingen. Hier testete man seine Lungen- und Herzfunktion und hielt Impfungen oder Auslandsaufenthalte fest. "Da wurden mir auch seltsame Fragen gestellt, wie etwa, ob ich in den 1960er Jahren auf einer amerikanischen Militärbasis stationiert war", erklärt Johannes Kammerer. Die Untersuchungen dienen hauptsächlich dem Schutz des potenziellen Spenders, da er physisch und psychisch fit genug sein muss, um die Stammzellentnahme gut zu überstehen. Spätestens wenn man nach diesen Voruntersuchungen tatsächlich als Stammzellspender auserwählt wird, sollte man sich sicher sein, ob man wirklich für den Patienten spenden will. Johannes Kammerer hat nicht lange überlegt. "Man bekommt gleich gesagt, dass jemand das dringend braucht und da hab' ich dann nicht wirklich lange überlegt."

Viereinhalb Stunden für ein ganzes Leben

Wie man spendet, kann der Spender weitestgehend selbst festlegen: entweder eine Blutspende oder eine Knochenmarkspende. Bei Ersterem werden Stammzellen aus dem Blut gefiltert, bei der anderen Methode handelt es sich um eine richtige Operation, während das Knochenmark aus dem Beckenbereich entnommen wird. "Ich wollte nur Blut spenden und das hat wohl auch für den Patienten gepasst", sagt Johannes Kammerer. Eine Woche vor der Blutentnahme musste er sich selbst Spritzen geben, die dafür sorgten, dass sich Stammzellen im Blut anreichern. "Davon hab ich Gliederschmerzen und ein bisschen Fieber bekommen, aber das war nach ein paar Tagen wieder weg." Die Blutentnahme selbst empfand er als nicht schlimm. Das Blut wird an einem Arm entnommen, in einer Maschine gefiltert und ähnlich wie bei einer Dialyse dem anderen Arm wieder zugeführt. Nach viereinhalb Stunden war alles vorbei.

Nun müssen Johannes Kammerer und sein genetischer Zwilling rund zwei Jahre warten. Dann erst kann man sicher sagen, ob die Spende geholfen hat. Bei Bedarf müsste der Student noch einmal für den Patienten spenden. "Das würde ich sofort wieder tun", sagt er. Und wenn der Patient seinen Lebensretter kennenlernen wolle, wäre Johannes Kammerer auch dafür jederzeit bereit.

Die Typisierungsaktion im Wintersemester 2015/16 wurde von Studenten unter der Leitung von Prof. Dr. Boris Kühnle, Studiendekan des Bachelorstudiengangs Medienwirtschaft, initiiert und konnte zahlreiche mögliche Spender gewinnen. Eine weitere Typisierungsaktion an der HdM soll in den nächsten Jahren stattfinden.

 

Marleen Kledig

VERÖFFENTLICHT AM

10. Juni 2016

KONTAKT

Prof. Dr. Boris Kühnle

Medienwirtschaft

Telefon: 0711 8923-2246

E-Mail: kuehnle@hdm-stuttgart.de

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