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Hochschule der Medien

META

"Menschliche Arbeit ist unbezahlbar"

Am 15. Juni 2016 wurde der Medienethik-Award (META) an der Hochschule der Medien (HdM) zum Thema "Arbeiten 4.0" verliehen. Es wurden journalistische Beiträge ausgezeichnet, die sich mit der Arbeit in einer digitalisierten Ökonomie auseinandersetzen. Die Eröffnungsrede hielt Götz W. Werner, der Gründer des dm-Drogeriemarkts .

dm-Markt-Gründer Götz W. Werner bei der Eröffnungsrede des META, Foto: Marleen Kledig

dm-Markt-Gründer Götz W. Werner bei der Eröffnungsrede des META, Foto: Marleen Kledig

Götz W. Werner ist ein Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens, Foto: Marleen Kledig

Götz W. Werner ist ein Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens, Foto: Marleen Kledig

"Was wollen Sie auf der Welt?", fragt Götz W. Werner zu Beginn seiner Rede die Studenten im Publikum. Insbesondere junge Menschen sollten sich die Frage stellen, was sie in der Welt bewirken wollen. Der Mensch sei ein "ergebnisoffenes Gestaltungswesen" - im Gegensatz zum Tier, dessen Leben klar determiniert sei. "Oder haben Sie schon mal gesehen, wie eine Kuh zu einem Löwen wird?" Der Mensch dagegen wisse nicht, als was er stirbt. Klar, als Mensch, aber als was für ein Mensch? Als Sachbearbeiter, als Geschäftsführer eines Unternehmens, als Journalist?

"Folgen Sie dem, der sagt, wachse über dich hinaus!"

Wer man sein will, ist die elementarste Frage des Lebens und bestimmt, wie man sich entwickelt. "Diese Frage muss man sich immer wieder stellen - auch noch mit Mitte 70", sagt Götz W. Werner. Als Sohn einer Drogeriebetreiber-Familie wusste er schon als kleiner Junge, was er einmal werden wollte. Dass aus dem Familienbetrieb eine der größten Drogeriemarktketten Deutschlands werden würde, ahnte er damals noch nicht. Trotz seiner frühen Berufsentscheidung wollte er sich immer weiterentwickeln. Er ist überzeugt, dass der Wunsch nach Veränderung die Menschen bestimmt und sie zum Arbeiten antreibt. Denn im gemeinsamen Arbeiten entwickelt man sich weiter. "Folgen Sie nicht dem, der sagt, bleib wie du bist. Folgen Sie dem, der sagt, wachse über dich hinaus", ist Götz W. Werners Ratschlag an die Studenten. Nur so könne man auch die Welt verändern.

"Digitaler Wandel macht Grundeinkommen notwendig"

Denn wir alle sind Teil einer Gesellschaft und formen und verändern sie durch unseren Beitrag. Deshalb müssen wir uns die Frage stellen, wie das Leben eines Menschen aussehen muss, damit er tätig werden und in der Gesellschaft wirken kann. Dieses Verständnis liegt dem bedingungslosen Grundeinkommen zugrunde. "Menschliche Arbeit ist unbezahlbar, aber der Mensch muss es sich leisten können, zu arbeiten", erklärt Werner. Vor ​allem wegen seiner werteorientierten Einstellung war er für Prof. Dr. Petra Grimm, der Initiatorin des META, der passende Redner. "Herr Werner ist ein bekannter Unternehmer, der sich für Werte und Ethik einsetzt. Sein Gedanke des bedingungslosen Grundeinkommens wird derzeit heiß diskutiert. Wir wollten seine Argumente hören und uns im Dialog über die Zukunft der Arbeitswelt miteinander austauschen."

Die Digitalisierung ist für den dm-Markt-Gründer eine technische Entwicklung, die das bedingungslose Grundeinkommen notwendig macht. Denn der Mensch müsse auch in einer technisierten Welt in der Lage sein, seinen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen habe er die Chance, sich die Arbeit zu suchen, die er für sinnvoll erachtet. In einer Zukunft, in der Roboter und Maschinen den Großteil unserer Arbeit übernehmen könnten, ist der Diskurs über solche Ansätze wichtiger Bestandteil der Auseinandersetzung mit dem Thema "Industrie 4.0".

Marleen Kledig

VERÖFFENTLICHT AM

17. Juni 2016

KONTAKT

Prof. Dr. Petra Grimm

Medienwirtschaft

Telefon: 0711 8923-2202

E-Mail: grimm@hdm-stuttgart.de

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