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Hochschule der Medien

Digitale Transformation

"Oh Gott, ich glaube, ich habe das Internet gelöscht ..."

Aufsichtsräten und Vorständen fehlt oftmals das nötige Digital-Knowhow für die erfolgreiche Umsetzung der Digitalen Transformation in Unternehmen. Dies zeigt eine neue Studie von Harald Eichsteller, Professor für internationales Medienmanagement an der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM).

50 Aufsichtsräte und 10 Experten zeigen ein Stimmungsbild zum Stand der Digitalen Transformation in Deutschland, Quelle: www.aufsichtsratsstudie-digitale-transformation.de

50 Aufsichtsräte und 10 Experten zeigen ein Stimmungsbild zum Stand der Digitalen Transformation in Deutschland, Quelle: www.aufsichtsratsstudie-digitale-transformation.de

Um deutsche Unternehmen vollständig in das digitale Zeitalter zu führen und gegenüber ihren internationalen Konkurrenten wettbewerbsfähig zu halten, ist eine gelebte Digitalisierung von oberster Stelle wichtig. Doch gerade bei den Aufsichtsräten und Vorständen lässt das Wissen um die Digitalisierung oft zu wünschen übrig. Dies zeigt eine Befragung von 50 Aufsichtsräten in der neuen Studie „Herausforderung Digitale Transformation".

Vorstände und Aufsichtsräte müssen digitaler werden

Demnach denken 70 Prozent der befragten Aufsichtsräte, dass nicht genügend Digitalisierungs-Knowhow in den Vorstandsebenen der von ihnen betreuten Unternehmen vorhanden ist. Als Allzwecklösung ein zusätzliches Ressort für Digitalthemen zu etablieren halten 80 Prozent für nicht ausreichend, aber nur 23 Prozent messen Digital-Knowhow bei der Neubesetzung von allen Vorständen eine herausragende Bedeutung bei. In den Aufsichtsräten selbst bestehe ebenfalls Nachholbedarf. Fast legen diese Zahlen nahe, dass manche Aufsichtsräte glauben, sie könnten das Internet löschen. So haben nach Einschätzung der Studien-Teilnehmer nur 40 Prozent der Aufsichtsräte ein Digital-Knowhow und einen speziellen Digitalisierungshintergrund gerade mal 18 Prozent. Für die Zukunft der Aufsichtsräte wünschen sich die Teilnehmer der Studie in erster Linie mehr Digitalkompetenz (56 Prozent), mehr Mitglieder im Alter zwischen 40 und 60 Jahren (41 Prozent) sowie mehr Querdenker ohne Branchen-Knowhow (46 Prozent).

Voraussetzungen und Barrieren für die Digitale Transformation

Wichtiges Rüstzeug für die digitale Zukunft sind eine IT-Ausstattung, die im Vergleich zu anderen Unternehmen der Branche überdurchschnittlich ist, ausreichend Fachpersonal an den Standorten sowie angemessene Budgets und ein flexibler Budgetierungsprozess. All diese Punkte sehen die Aufsichtsräte bei den von ihnen betreuten Unternehmen als kritisch an. So zeigt sich beispielsweise, dass eine überdurchschnittliche IT weder im Bereich Forschung und Entwicklung, noch in der Produktion/Logistik oder in der Verwaltung vorhanden ist. Und auch im Bereich Marketing/Vertrieb erkennen nur sieben Prozent der Befragten eine überdurchschnittliche IT.

Trotzdem sehen die Aufsichtsräte die größten Barrieren hauptsächlich im Bereich Führungskompetenzen, Unternehmenskultur und organisatorischen Strukturen. Zwei von drei Aufsichtsräten sehen in Führungsqualitäten besondere Relevanz für die Digitale Transformation. Innerhalb der Organisation werden oft Fehlertoleranz, Geschwindigkeit und Agilität vermisst, was mit festgefahrenen Prozessen und entsprechender Infrastruktur zusammenhängt.

Wie wichtig es für die Zukunft ist, digital gut aufgestellt zu sein, zeigt die Einschätzung der befragten Aufsichtsräte zu den Auswirkungen der Digitalisierung. So glauben 84 Prozent, dass die von ihnen betreuten Unternehmen sehr deutlich (74 Prozent) und disruptiv (12 Prozent) von digitalen Veränderungsprozessen betroffen sind. Darüber hinaus wird erwartet, dass 40 Prozent der Wertschöpfung über digitale Geschäftsmodelle generiert werden, die in den vergangenen zwei Jahren aufgesetzt wurden.

Für die Studie „Herausforderung Digitale Transformation" wurden 50 Aufsichtsräte sowie 10 Experten zur Digitalisierung befragt. Die Studie wurde von Prof. Harald Eichsteller, Studiendekan für Medienmanagement an der HdM und dem Arbeitskreis deutscher Aufsichtsrat e.V (AdAR) herausgegeben.


Quelle:

aufsichtsratsstudie-digitale-transformation.de

 

Marleen Kledig

VERÖFFENTLICHT AM

10. Oktober 2017

KONTAKT

Prof. Harald Eichsteller

Elektronische Medien (Master), Medienmanagement (Master, Studienstart ab WS15/16), Unternehmenskommunikation (Master, Studienstart ab WS15/16)

Medienwirtschaft

Telefon: 0711 8923-2250

E-Mail: eichsteller@hdm-stuttgart.de

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