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Hochschule der Medien

Projekt

Erinnern und Zukunft gestalten

Ein Team aus den Studiengängen Crossmedia-Redaktion / Public Relations und Medienwirtschaft der Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM) erstellt aktuell ein Social Media-Konzept für die Internationale Jugendbegegnungsstätte Oswiecim in Polen, die zweieinhalb Kilometer vom Konzentrationslager Auschwitz entfernt liegt. Dafür waren sie im September 2018 mit Prof. Dr. Katarina Bader vor Ort, zur Recherche.

Der Nachbau der schwarzen Wand im Hof des Lagergefängnisses (Illustration: Evelyn Krix)

Der Nachbau der schwarzen Wand im Hof des Lagergefängnisses (Illustration: Evelyn Krix)

Das Recherche-Team der HdM (Foto: Projektteam)

Das Recherche-Team der HdM (Foto: Projektteam)

Der Flieger landet in Krakau. Hier beginnt die Recherchereise: Nach dem Frühstück in einem Café in einem der vielen Hinterhöfe spazieren die Medienstudenten durch die Stadt zum jüdischen Friedhof. Währenddessen erzählt Katarina Bader aus der Vergangenheit des Orts. Beim Besuch des jüdischen Friedhofs müssen die Männer eine Kopfbedeckung tragen. Grabstein reiht sich an Grabstein. Es fehlen zum Teil nur wenige Zentimeter bis zum nächsten. Statt Kerzen liegen auf den Gräbern Kieselsteine - manchmal nur einer, manchmal haufenweise. Ab und zu sind Briefe dabei.

Bevor die Gruppe mit dem Zug weiter nach Oświęcim reist, essen sie gemeinsam mit Michael Arend in einem jüdischen Restaurant. Während er von seinen Eltern Hana und Hanus Arend erzählt, die beide Auschwitz überlebt haben, gibt es gefilte Fisch - eine jüdische Spezialität.

Gedenken freie Zone

Am nächsten Tag des Projekts begrüßt Leszek Szuster, der Direktor der Internationalen Jugendbegegnungsstätte von Oświęcim/Auschwitz, die HdM-Studenten: „Das hier soll eine freie Zone sein." Im Gegensatz zum Konzentrationslager, wo meist geschwiegen und inne gehalten wird, kann man an diesem Ort lachen, spielen und reflektieren. In grüner Idylle nicht direkt in, aber nahe der Stadt kann man nach dem Besuch abschalten und sich sammeln. „Auschwitz macht Leute sprachlos." Die Studenten erwartet das auch noch.

Erinnerung ist ein Element der Bildungsarbeit in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte. Weitere sind: die Zukunft mitzugestalten und gemeinsam mit den Besuchern Themen wie Menschenrechte, Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit aufzuarbeiten. Hauptsächlich reisen Jugendliche dorthin, um sich mit Politik und der Geschichte von Auschwitz auseinanderzusetzen. Gefördert wird Toleranz und Respekt.

Überlebende geben seit vielen Jahren Einblicke in ihre Vergangenheit. Eine von ihnen ist Zofia Posymsz. Sie ist eng mit der Einrichtung verbunden und Direktor Szuster befreundet. In einem Zeitzeugengespräch erzählt die 95-Jährige über ihre Erlebnisse im Konzentrationslager Auschwitz und zeigt ihren Talisman - ein Medaillon, das ihr ein anderer Häftling schenkte und das sie seit damals begleitet.

Vergangenheit trifft Gegenwart

Als sie nach einem Schluck Wasser das Glas abstellt, rutscht ihr Ärmel hoch und offenbart ihre Häftlingsnummer, die den Gefangenen tätowiert wurde. Trotz der Erlebnisse kehrt sie immer wieder zurück - zurück in das Stammlager, das man von der Begegnungsstätte aus gut zu Fuß erreicht.

Zofia Posmysz steht vor der schwarzen Wand, von der ein Nachbau im Hof des Lagergefängnisses aufgestellt wurde. Früher schoss man Häftlingen an dieser Stelle ins Genick. Zofia schweigt und erinnert, am Boden liegen Blumen. .Heute stehen hier Touristen und schießen in dieselbe Richtung Fotos. Als Posmysz gehen möchte, rennen ihr die Touristen unbeirrt in den Weg, zu viele Menschen, die die Gedenkstätte besuchen.

Das Studententeam aus Stuttgart ist nach Oświęcim gereist, um Eindrücke zu sammeln - vom Ort, dem Stammlager Auschwitz, dem Lager in Birkenau und von der Jugendbegegnungsstätte. In drei Gruppen aufgeteilt, definieren sie die Zielgruppe und deren Wünsche, gleichen sie mit denen der Verantwortlichen ab und sammeln Fotos und Videoclips. Daraus soll bis Ende Januar 2019 ein Social Media Konzept mit Beispielinhalten entstehen, das die Besucher der Internationalen Jugendbegegnungsstätte nach dem Besuch verbinden soll.

Evelyn Krix

 

VERÖFFENTLICHT AM

09. November 2018

KONTAKT

Prof. Dr. Katarina Bader

Crossmedia-Redaktion/Public Relations

Telefon: 0711 8923-2689

E-Mail: baderk@hdm-stuttgart.de

Prof. Dr. Boris Kühnle

Medienwirtschaft

Telefon: 0711 8923-2246

E-Mail: kuehnle@hdm-stuttgart.de

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