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JIM-Studie 2018

Öffentlich-rechtliche Nachrichten liegen vorn

Die JIM-Studie (Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest, mpfs) brachte 2018 wieder neue Grundlagendaten heraus, unter anderem dass Jugendliche zu 47 Prozent regelmäßig Streamingdienste nutzen und den öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendern vertrauen. Die Jubiläumsausgabe umfasst zudem Einblicke in 20 Jahren Medienforschung.

Das Cover der Studie

Das Cover der Studie

Im Vergleich zum Vorjahr wächst die Anzahl der Nutzer von Streamingdiensten. Die Hälfte der befragten Jugendlichen schauen regelmäßig Sendungen, Serien und Filme bei Netflix (47 Prozent). Damit hat sich der Anteil zum Vorjahr fast verdoppelt (2017: 26 Prozent). Jeder Fünfte nutzt Amazon Prime Video (22 Prozent). Dennoch bleibt Youtube mit 60 Prozent regelmäßiger Nutzung ungeschlagen und auch hier gab es im Vergleich zum Vorjahr noch einen Zuwachs von 8 Prozent. Im Musikbereich hat sich ebenfalls einiges getan: So ist die regelmäßige Musiknutzung über Spotify zum ersten Mal höher als die Musiknutzung live im Radio.

TV-Nachrichten von ZDF und ARD beliebt

Ein weiterer Aspekt, den die JIM-Studie untersucht hat, ist das Vertrauen der Jugendlichen gegenüber Nachrichtenangebote. Die Befragten konnten den Nachrichtenportalen Schulnoten geben. Dabei schnitt die ARD mit der Tagesschau und den Tagesthemen am besten ab: 84 Prozent der Jugendlichen vergaben die Noten 1 oder 2. Knapp danach, mit 77 Prozent, folgen regionale Print-Tageszeitungen und öffentlich-rechtliche Radiosender. Ebenso gefällt den Jugendlichen die tagesaktuelle Berichterstattung des ZDF (Heute oder Heute Journal). 71 Prozent der Befragten vergaben die Schulnoten 1 oder 2. Die Onlineangebote der Magazine Focus und Spiegel bilden hingegen das Mittelfeld. Nur die Hälfte der Jugendlichen haben hohes Vertrauen in die Nachrichtenberichterstattung. Ebenfalls nur rund die Hälfte der Jugendlichen sieht private Radiosender als vertrauenswürdige Nachrichtensender an. Mit deutlichem Abstand folgen ProSieben Newstime, das Nachrichtenangebot des E-Mail-Providers Web.de und RTL Aktuell. Deren Angeboten vertraut jeweils nur ein Viertel der Jugendlichen. Das Schlusslicht bildet mit 15 Prozent sowohl das Print- als auch das Online-Angebot der Bild-Zeitung.

20 Jahre Medienforschung

Bei der Jubiläumstagung zum 20-jährigen Bestehen der Studie gab es Einblicke in die vergangenen Jahre der Forschung. Dr. Wolfgang Kreißig, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation in Baden-Württemberg (LFK) ist die JIM-Studie wichtig, um die Arbeit der Medienaufsicht noch stärker auf die Lebenswelt der Jugendlichen auszurichten. Dr. Marc Jan Eumann, Direktor der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz, erklärt: "Die erhobenen Daten der JIM-Studie decken nicht nur Veränderungen und Trends auf, sie helfen auch dabei, fundiert und faktenbasiert auf Entwicklungen der heutigen Medienlandschaft zu reagieren."

Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, Medien) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 jährlich in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Für Befragungen wurden 1.200 Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren im Frühsommer 2018 telefonisch befragt.

Carolin Hilleke

VERÖFFENTLICHT AM

18. Dezember 2018

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