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Kostenlos schmökern im Internet

Die Online-Plattform von Martin Fröhlich, Felix Hofmann und Lukas Rieder soll das Studium revolutionieren: Mit PaperC bieten sie Nutzern die Möglichkeit, Fachbücher komplett und kostenlos am Bildschirm zu lesen – lediglich für Zusatzfunktionen wie Drucken oder Kopieren werden Gebühren fällig.

Die Online-Plattform PaperC (Quelle: paperc.de)

Die Online-Plattform PaperC (Quelle: paperc.de)

Die deutschen Studenten geben jährlich viel Geld für Kopien von Fachbüchern aus, doch einige davon landen danach wieder ungelesen im Papierkorb. „Eine Verschwendung von Ressourcen und umständlich dazu", fanden die Wirtschaftswissenschaftler Martin Fröhlich und Felix Hofmann. Hofmann schrieb damals an seiner Diplomarbeit und pendelte zwischen Berlin und St. Gallen. Die schwere Literatur hin und her zu schleppen, empfand er als äußerst lästig. So entstand die Idee der Online-Plattform PaperC, kurz für „Pay-Per-Copy", die sie zusammen mit dem Programmierer Lukas Rieder entwickelten.

PaperC: So funktioniert es

Nutzer können selbst entscheiden, wie sie ihre Literatur verwalten und die Plattform einsetzen. Das Lesen und Durchsuchen der Bücher ist kostenlos. So kann man auch von unterwegs immer auf die virtuelle Bibliothek zugreifen. Will man sich jedoch bestimmte Stellen und Zitate ausdrucken, abspeichern oder markieren, zahlt man 10 Cent pro Seite. Etwas teurer als im Copyshop, doch wer nicht gleich das ganze Buch kaufen möchte, sondern lediglich ein bestimmtes Kapitel benötigt, spart so jede Menge Geld.

Was simpel klingt, ist in Wahrheit eine kleine Revolution: Fachbuchverlage haben ihre Werke bislang noch nie komplett kostenlos im Internet zur Verfügung gestellt. Doch das neue Geschäftsmodell ist für sie lukrativ: Denn die Hälfte der Einnahmen gehen an den Verlag, die andere Hälfte an PaperC. Wenn man bedenkt, was Studenten jährlich an Kopierkosten ausgeben, steckt in der Idee erhebliches Potenzial. Aus diesem Grund wurde das junge Unternehmen wohl im letzten Jahr vom Arbeitskreis Elektronisches Publizieren des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels mit dem Innovationspreis ausgezeichnet und vom Gründerportal deutsche-startups.de zum „Start-up des Jahres 2009" gewählt.

Lesen ohne Login, aber Lesezeit-Limits

Um den Verlagspartner entgegenzukommen, führte PaperC jedoch vor kurzem zwei Änderungen ein. Zum einen ist es nun auch ohne Login oder Registrierung möglich, eine beliebige Seite eines Buches abzurufen. Erst ab der vierten Seite wird man zur Anmeldung aufgefordert - was für kleine Recherchen auf jeden Fall nützlich ist. Zum anderen wurde allerdings ein Zeitlimit für das kostenlose Lesen der Bücher eingeführt, das in den meisten Fällen 30 bis 60 Minuten beträgt. Wenn dieses Zeitlimit bei einem Buch erreicht ist, müssen die Bücher, einzelne Kapitel oder Seiten gekauft werden - alternativ kann der Leser auch eine Stunde warten, bis die nächsten Seiten wieder abrufbar sind. Während der Pause können jedoch andere Bücher gelesen werden. Ob es ein Zeitlimit gibt, hängt vom jeweiligen Verlag ab. Manche Bücher stehen auch weiterhin komplett ohne Einschränkung zur Verfügung.

Wachsendes Angebot

Trotz der neuen Einschränkung bleibt das Angebot von PaperC weiterhin attraktiv: Allein im Oktober 2010 veröffentlichte PaperC über 1.000 neue Publikationen bzw. eBooks. Auf der Frankfurter Buchmesse konnten die drei Gründer viele Verlage von ihrem Geschäftsmodell überzeugen und so neue Partner gewinnen.

So steigt die Zahl der angebotenen Titel ständig: Waren es im März 2010 noch 2700 Buchtitel, hat PaperC aktuell rund 60 Verlage mit 8.000 Titeln unter Vertrag - 7.000 Titel sind bereits online verfügbar. Die restlichen Titel folgen nach Angaben von PaperC in den nächsten Wochen. Zu den Verlagspartner gehören unter anderem der Carl Hanser Verlag, Cornelsen, de Gruyter, Lucius & Lucius, O'Reilly Media, Pearson, die UTB GmbH und die UVK Verlagsgesellschaft.

Tanja Rupp

VERÖFFENTLICHT AM

24. November 2010

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