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Hochschule der Medien

Partnersuche im Internet – Teil 2

Verliebt auf den ersten Klick

Online-Partnerbörsen sind nur für Nerds und Schwervermittelbare? Von wegen. Der schlechte Ruf ist längst passé. Immer mehr Singles gehen auf digitale Brautschau. Umfragen geben ihnen Recht: Internet-Paare seien demnach glücklicher.

Partnersuche im Netz

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Mehr als jeder zweite Single zwischen 18 und 69 Jahren in Deutschland hat schon einmal im Internet nach einem Partner gesucht. Die Vorteile scheinen offensichtlich: Die Auswahl an potentiellen Partnern, denen man begegnen kann, ist viel größer als das, was man mit Singlekursen an der VHS, Sportvereinen und Diskobesuchen erreichen könnte. Im Gegensatz zu Singlebörsen, die sich eher an jüngere Nutzer richten, zielen Online-Partnerbörsen vor allem auf Menschen ab 30 Jahre. Immer aber mit dem Ziel, zwei Suchende in eine langfristige Partnerschaft zu vermitteln. Zu den größten und bekanntesten Partner-Vermittlungen zählen derzeit ElitePartner, Parship, AcademicPartner, Partner.de und E-Darling. Während es noch vor ein paar Jahren verpönt war, im Internet nach einem Partner zu suchen, wandelt sich derzeit das Image der Partnerbörsen im Netz. Von insgesamt 38 Millionen vergebenen Deutschen, haben über 1,3 Millionen die Liebe übers Internet gefunden. 84 Prozent von ihnen sind mit ihrer aktuellen Lebenssituation glücklich. Das sind sieben Prozent mehr als bei Paaren, die sich im Freundeskreis oder bei der Arbeit kennengelernt haben. Dies ergab eine bevölkerungsrepräsentative Single- und Partnerstudie von Parship.

Singles suchen im Netz realistisch

Jeder zweite deutsche Single glaubt mittlerweile daran, seinen Traumpartner im Internet finden zu können. Für die Umfage von Infratest dimap wurden Singles im Alter von 35 bis 60 Jahren befragt, die auf der Suche nach einem Partner sind. Dabei verfallen die Suchenden allerdings nicht in unrealistische Vorstellungen vom schnellen Finden des Traumpartners. Im Schnitt stellen sich die Singles auf eine mindestens 19-monatige Suche ein. 75 Prozent der Befragten beäugen außerdem ihre möglichen Partner äußerst kritisch und bezweifeln deren Ehrlichkeit im Netz.

Fragebogen zur Persönlichkeitsanalyse

Wer sich bei einer Dating-Plattform auf die Suche nach Mister Right machen will, braucht erst einmal Geduld. Zu Beginn muss ein Persönlichkeitstest ausgefüllt werden. Dieser soll vor allem die Interessen und Einstellungen der Suchenden analysieren. Jede Partnerbörse schwört dabei auf ihr eigenes Verfahren. Bei Parship müssen 83 Fragen beantwortet werden, bei Elitepartner sogar 100. Neben einfachen Fragen nach Hobbies, Musikgeschmack und der Vorstellung vom potentiellen Partner, müssen sich die Singles vor allem selbst einschätzen: Wie attraktiv wirke ich auf andere? Anschließend müssen verschiedene Aussagen danach bewertet werden, wie sehr sie auf die Befragten zutreffen: „Ich sehe Menschen an, was sie gerade empfinden" oder „In Anforderungssituationen bleibe ich ausdauernd und belastbar". Aus unzähligen kleinen Bildchen, die Werte wie Ehre, Familie, Aktivität oder Romantik symbolisieren, muss eine Auswahl getroffen werden.

Matching - die Zauberformel fürs Glück

Ist der Test geschafft, zeigt anschließend ein Matching-Verfahren (to match - zusammenpassen) dem Benutzer, welche angemeldeten Singles potentiell zu ihm passen. Dieser Matching-Algorithmus ist ebenfalls von Single-Plattform zu Single-Plattform verschieden. Teilweise greifen die Tests auf etablierte Persönlichkeitstheorien zurück. Parship arbeitet beispielsweise mit der von Psychiater C.G. Jung entwickelten Theorie der acht Persönlichkeitstypen. Diese setzen sich aus den vier Funktionen „Denken und Fühlen, Sensorik und Intuition" kombiniert mit den Eigenschaften „introvertiert" und „extrovertiert" zusammen. Ebenfalls in den Test eingeflossen ist die Theorie der Transaktionsanalyse auf Basis von Siegmund Freuds „Ich, Es und Über-Ich". Drei Kommunikationstypen werden dabei unterschieden: „Das Erwachsenen-Ich", das der Situation angemessen argumentiert, das „Kind-Ich", das natürlich, rebellisch oder angepasst kommuniziert, und das „Eltern-Ich", das Werte und Normen als Maßstab definiert. Anhand der Matchingpunkte schlägt die Website passende Partner vor. Bei 100 Punkten sollte die Suche gelungen sein, ab 54 Punkten sieht Parship bereits „Paarpotential". Ein Problem bei der Ermittlung der Matchingpunkte ist allerdings die sogenannte „Soziale Erwünschtheit". Diese liegt dann vor, wenn der Befragte Antworten gibt, von denen er glaubt, sie träfen eher auf Zustimmung als die eigentliche Antwort.

Über 160 Euro für drei Monate

Während die Anmeldung und der Persönlichkeitstest noch kostenlos sind, muss für die Kontaktaufnahme zu anderen Mitgliedern und die Nutzung weiterer Services eine monatliche Gebühr bezahlt werden. Bei ElitePartner und Parship kostet diese beispielsweise für eine dreimonatige Mitgliedschaft monatlich 54,90 Euro. Bei einer Buchung von sechs Monaten fallen 39,90 Euro pro Monat an.

Wegweiser durch den Fragen-Dschungel

Der Online-Dating-Markt ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Immer mehr Anbieter versprechen, den passenden Partner zu vermitteln. Für Neu-Suchende ist die Wahl der richtigen Börse nicht leicht. Zahlreiche Ratgeberseiten liefern mittlerweile einen Überblick über das Angebot, Preislisten, Benutzerfreundlichkeit sowie Pro und Contras.

 

Christina Walzner

info

- Männern macht die Partnersuche mehr Spaß (37,5 Prozent) als Frauen (25 Prozent)

- 57 Prozent der Singles sind der Meinung, dass es mehrere Personen gibt, mit denen sie glücklich werden könnten

(Die Online-Partnervermittlung ElitePartner.de gibt zweimal im Jahr die größte Singlestudie Deutschlands heraus. ElitePartner.de führt die Studie in Kooperation mit dem Online-Marktforschungsinstitut Fittkau und Maaß durch. Für die Erhebungswelle XI wurden 6.710 deutschsprachige Singles ab 18 Jahren online befragt)

 

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VERÖFFENTLICHT AM

30. Dezember 2010

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