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Hochschule der Medien

Informationsverhalten

Wie die Generation Facebook nach dem Traumjob sucht

Welche Rolle spielen soziale Medien bei der beruflichen Orientierung von Schülern? Das hat Stefanie Fächner, Studiengang Medienwirtschaft der Hochschule der Medien, mit dem Yaez-Verlag untersucht. Jugendliche zwischen 12 und 22 Jahren wurden dazu befragt, Ausbildungsmarketing-Experten steuerten Einblicke bei.

Zur Detailansicht Irgendetwas mit Medien

Irgendetwas mit Medien

Zur Detailansicht Wichtiges Thema: Berufs- und Studienwahl

Wichtiges Thema: Berufs- und Studienwahl

Zur Detailansicht Homepages werden genutzt, weil sie informativ sind (Quelle: jeweils Yaez-Verlag)

Homepages werden genutzt, weil sie informativ sind (Quelle: jeweils Yaez-Verlag)

Studien zum Mediennutzungsverhalten Jugendlicher betonen häufig die Online-Affinität der „Digital Natives" und die zentrale Rolle von sozialen Netzwerken zu Kommunikationszwecken. Bevorzugen Schüler ihre Lieblingsplattform Facebook jedoch auch, wenn sie sich über ihre berufliche Zukunft informieren? Klare Antwort: Nein. Nur 24 Prozent der befragten Jugendlichen nutzen soziale Netzwerke, wenn sie Karrierepläne schmieden.

Ein Grund für diese Nichtnutzung liegt in der geringen Glaubwürdigkeit von Social Media-Angeboten: Mehr als die Hälfte der User von Karriereseiten in sozialen Netzwerken beurteilt diese als nicht sehr glaubwürdig und fühlt sich  dort weniger gut informiert. Als häufigstes Nutzungsmotiv wird mit klarem Abstand der große Spaßfaktor von Communitys genannt, ein Motiv, das sich aus Sicht der Schüler nur schwer mit Berufsernst vereinen lässt.

Online-Angebote: Klassiker vor

Punkten kann das Internet allgemein als Informationsquelle Nummer 1: Es wird von 96 Prozent der Befragten zu Recherchezwecken genutzt. Jugendliche zählen bei der Information über ihre spätere Berufstätigkeit vor allem auf Medienangebote, gefolgt von persönlichen Empfehlungen durch Lehrer oder Eltern. Messen oder Angebote der Berufsinformationszentren spielen laut der Studie von HdM und Yaez für Jugendliche eine untergeordnete Rolle und landen auf den hinteren Plätzen. Bei den Online-Medien rangieren klassische Angebote, wie etwa Homepages von Unternehmen oder Universitäten, auf den ersten Plätzen vor Jobbörsen und Karriereportalen. Geschätzt wird an diesen Seiten die hohe Informationsdichte, die 65 Prozent der Befragten überzeugt und von ihnen als glaubwürdig und seriös eingestuft wird.

Medienmix

90 Prozent der befragten Jugendlichen nutzt auch Printmedien für die Karriereplanung. Neben Gratiszeitschriften werden vor allem Tageszeitungen herangezogen. Jugendliche schätzen am Medium Print vor allem die Kombination aus Information und Unterhaltung, die nutzerfreundlich aufbereitet wird. „Jugendliche nutzen also aus unterschiedlichen Interessen heraus verschiedene Medienkanäle", erläutert Stefanie Fächner. „Social Media bietet der jungen Zielgruppe allerdings zu wenig Information, so dass soziale Netzwerke nur dem Erstkontakt dienen und zusätzliche Materialien wie zum Beispiel Printprodukte oder Websites herangezogen werden", so Fächner weiter.

Am Nerv der Zeit

Für einen Großteil der befragten Schüler hat der spätere Beruf einen sehr hohen Stellenwert für die eigene Identität: 85 Prozent von ihnen geben an, sich ziemlich oder sogar sehr für das Thema Berufs- und Studienwahl zu interessieren. Fast zwei Drittel der Befragten wissen bereits, welche Richtung sie beruflich einschlagen möchten. Die befragten Jugendlichen legen großen Wert auf persönliche Entfaltung und Selbstverwirklichung und erwarten von ihrem künftigen Arbeitgeber ein gutes Arbeitsklima und abwechslungsreiche Aufgaben, noch vor Sicherheit oder einem hohen Gehalt. „Diese Motive erklären vermutlich auch die Attraktivität von kreativen Berufen, die an Beliebtheit nicht zu überbieten sind", schätzt Fächner. 13 Prozent möchten später in der Medienbranche oder im Bereich Kunst/Design arbeiten.

Nicht an der Zielgruppe vorbeireden

Eine zielgruppengerechte Ansprache junger Menschen wird auch für Unternehmen immer wichtiger. So glauben alle befragten Experten aus dem Bereich Personal, dass das Thema Ausbildungsmarketing in den nächsten drei Jahren an Bedeutung gewinnen wird. Dabei setzen sie - anders als die Schüler - vor allem auf Rekrutierungsveranstaltungen wie etwa Messen. Online werden Informationen zu Karrieremöglichkeiten am häufigsten über die eigene Homepage kommuniziert, finden Schüler und Experten. Anders sieht es beim Thema Social Media aus: Zwei Drittel der befragten Experten setzen Social Media ein und bewerten ihre Rolle als wichtig.

Hintergrund HdM-/Yaez-Studie

Die Studienergebnisse basieren auf Angaben einer Online-Befragung von 124 Schülern im Alter von 12 bis 22 Jahren im April und im Mai 2012. Sie besuchen mehrheitlich die Mittel- und Oberstufe eines Gymnasiums oder einer Realschule und sind durchschnittlich 16,8 Jahre alt. Zusätzlich wurden branchenübergreifend neun Experten aus dem Bereich Personal/Human Ressources zu Ausbildungsmarketing befragt, die mehrheitlich bei großen Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern und zahlreichen Azubis tätig sind.

VERÖFFENTLICHT AM

01. Juni 2012

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