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Hochschule der Medien

Nerd-Typologie

Acht Arten im Nerd-Biotop entdeckt

Rund 80 Kilometer von Stuttgart entfernt, haben sie ihren Hauptsitz: Die Nerds. In Deutschlands Internethauptstadt Karlsruhe trifft man sie unter den 3000 Studenten tagtäglich, vom Hardcode-Nerd über das IT-Girl bis hin zum Ex-Nerd.

Foto: www.nerd-zone.com

Foto: www.nerd-zone.com

Insgesamt acht verschiedene Typen an Nerds wurden in der Nerd-Zone, der gleichnamigen Webseite, unterschieden. Nicht verwunderlich, denn Karlsruhe kann im IT-Bereich auf eine lange Tradition zurückblicken und ist heute noch führend darin. An der Karlsruher Universität wurde 1972 auch die erste Informatikfakultät in Deutschland gegründet. Über 3600 IT-Unternehmen mit rund 36 000 Fachkräften sind in der Zone beheimatet.

Intelligente Sonderlinge: Geeks und Nerds

Der Engine- oder Consulting-Nerd wird wohl auch einmal in einer dieser Firmen landen. Diese beiden Exemplare studieren Wirtschaftsinformatik oder –wissenschaften. Den Engine-Nerd erkennt man an dem Kugelschreiber in der Hemd-Tasche. Den braucht er, um seine Ideen festzuhalten. Er entwickelt im Gegensatz zu den Anderen Dinge zum Anfassen wie Hybrid-Motoren oder MP3-Player. Der Consulting-Nerd hat hingegen neben seinem technischen Können die – unter Nerds einmalige – soziale Begabung mit anderen umgehen zu können, das heißt er kann auch bei Meetings in Unternehmen seine Projekte gut voranbringen und präsentieren.

Doch was sind eigentlich die Nerds? – In den 1970er und 1980er Jahren wurde das Wort fast synonym zu „Geek“ benutzt. Damit wurden meist intelligente Sonderlinge bezeichnet, die lange als Streber und Stubenhocker galten. Die Computerfreaks konnten aber durch die technische Entwicklung und die Verbreitung des Internets ihr Image verändern. Einige von ihnen wurden berühmt und cool, darunter Bill Gates oder Mark Zuckerberg. Doch etwas mögen sie gemeinsam haben: Nach wie vor entwickeln die Nerds gerne Codes, schreiben Skripte und das in HTML-Sprache. Zunehmend auch Frauen.

Götter zwischen Pizza und Videospielen

Die IT-Girls oder auch Haecksen, weiblich für Hacker, haben eine eigene Kategorie verdient. Sie findet man bei der Wirtschaftsinformatik, Rechts- oder Informationswissenschaft. Sie können ihren männlichen Kollegen beim Programmieren Konkurrenz machen, während sie die Jungs mit ihren ungeschickten Anbandelungsversuchen abblitzen lassen und lieber weiter von Einhörnern träumen. Die eigentlichen Programm-Profis sind aber die Hardcode- und besonders die Admin-Nerds. Sie entsprechen optisch eher dem Klischee: Mit Kapuzen-Pulli und Pizza vom Lieferservice sitzen sie im Dunkeln vor ihren Computern und programmieren. Mit den Admin-Nerds sollte man sich aber unbedingt gut stellen, falls man mal Computer-Probleme hat. Sie sind Götter in dem Bereich und können komplexe IT-Landschaften entwerfen.

Von Mobile-Nerds und Ex-Nerds

Ähnlich wie die beiden Typen trifft man den Mobile-Nerd meist in Studiengängen wie Informatik, Physik oder Informationswissenschaften. Eines unterscheidet ihn aber von allen anderen deutlich: Er ist cool. Er kennt und weißt alles, ist sehr gut vernetzt und hat immer als Erster eine Meinung. Hin und wieder entwickelt er eine App. Durch die große Bekanntheit kann er seine Produkte sogar gut vermarkten. Das genaue Gegenteil ist der Gaming-Nerd, der über das viele Spiele-Spielen oder Spiele-Entwickeln nicht weiter hinaus kommt und in seiner eigenen Welt lebt. Sollte er sich einmal von der Konsole trennen und zum Beispiel eine Grafik-Design-Vorlesung besuchen, erkennt man ihn meist an T-Shirts mit Aufdrucken von Videospiel- oder Superhelden. Da aber alle mal älter werden, gibt es noch die Kategorie Ex-Nerd: Sie sind nicht mehr Software-Entwickler, sondern Manager, haben mittlerweile Frau und Haus und können Krawatten binden. Seine soziale Kompetenz schwächelt aber nach wie vor.

Nerd-Check

Wer sich einmal ein genaues Bild von der Subkultur machen will, kann sich entweder den französischen Dokumentarfilm „Nerd-Alarm“ ansehen oder auf eine der vielen Nerd-Veranstaltungen gehen. Die größte in diesem Sommer ist die Campus Party in Berlin vom 21. bis 26. August. Das Technologie-Festival verbindet die Bereiche Innovation, Kreativität, Wissenschaft und digitales Entertainment. Das Richtige für Hacker, Software-Entwickler, Gamer und Geeks. Zuvor sollte man vielleicht den Nerd-Check auf der Zonen-Homepage durchführen.

Quelle: www.nerd-zone.com

Franziska Böhl

VERÖFFENTLICHT AM

22. Juni 2012

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