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Hochschule der Medien

Royaler Babyrummel

Kate's Kid Krimskrams

Presse, Öffentlichkeit und Industrie stehen bereit: Sie warten auf das erste Kind des britischen Prinzenpaares William und Kate. Es kann jeden Moment zur Welt kommen. Der Medienrummel ist enorm. Zeitungen berichten tagtäglich, Souvenirs und Wetten boomen. Die Geburt wird zum medialen Großereignis – wie schon einmal eine im 17. Jahrhundert.

Zur Detailansicht Die Geburt des ersten Kindes von Prinz William und seiner Gattin Kate ist ein mediales Großereignis, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:William_and_Kate_ thumbnail.jpg

Die Geburt des ersten Kindes von Prinz William und seiner Gattin Kate ist ein mediales Großereignis, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:William_and_Kate_ thumbnail.jpg

Zur Detailansicht So stellt sich der Maler Kaya Mar Kate mit Baby vor, Quelle: http://i.huffpost.com/gen/1182560/thumbs/o-KAYA-MAR-570.jpg?1

So stellt sich der Maler Kaya Mar Kate mit Baby vor, Quelle: http://i.huffpost.com/gen/1182560/thumbs/o-KAYA-MAR-570.jpg?1

Vor dem St. Mary's Krankenhaus im Londoner Stadtteil Paddington wimmelt es von Paparazzi. Keiner will den Moment verpassen, wenn Prinzessin Kate mit Wehen ins Krankenhaus fährt und jeder will der erste sein, der ein Foto von dem königlichen Baby macht. Am 13. Juli war der errechnete Geburtstermin. Jeden Moment kann es so weit sein. Dann lüften sich die Spekulationen, die Wettbüros lösen vielleicht größere Summen aus und die Speilzeugindustrie oder auch Modedesigner sind nochmals richtig aktiv, um noch mehr kitschigen "Kate's" und "Kate's Kid Krimskrams" zu produzieren.

"Geboren, um zu herrschen"

Bislang gibt es nur Artikel mit Bildern des werdenden Elternpaares oder mit Anspielungen auf den Nachwuchs. Beispielsweise steht auf einem Strampler "Born to rule" ("Geboren, um zu regieren" bzw. zu "herrschen") oder auf einer Tasse "I'm a Princess" ("Ich bin eine Prinzessin"). Welches Geschlecht das Baby haben wird, ist aber noch ungewiss. Bei dem britischen Babyfieber helfen aber auch keine beruhigenden Hinweise wie "Keep calm, it's a royal baby" ("Bleiben Sie ruhig, es ist ein königliches Baby"), wie er auf einer anderen Tasse zu lesen ist.

Wetten zu Exklusivrechten, Namen und späteren Skandalen

Auch die Wettbüros nutzen das königliche Großereignis: Die Briten schließen Wetten zum Geschlecht, zum Namen und zur Haarfarbe des Nachkömmlings ab, und auch darüber, welches Magazin die höchtsen Gagen für Exklusivrechte an den ersten Baby-Fotos bezahlt oder in welchem Nachtclub die ersten unanständigen Schnappschüsse vom Nachwuchs (in 15 oder 20 Jahren) entstehen. Für Werbung sorgen die Wettbüros mit Männern in Windeln, die als Riesenbabys umherlaufen. Die Briten haben bislang sogar mehr Wetten zum Nachkömmling abgeschlossen, als selbst bei der Hochzeit der Eltern William und Kate. Stimmen die Spekulationen, könnte das Baby ein Mädchen werden und den Namen Alexandra tragen.

Haare der Mutter, Nase des Vaters

Vom Aussehen her wird es die dunklen Haaren und den sommersprossigen Teint von Kate und die Nase und die Lippen des Vaters bekommen, meinen Genforscher und forensische Zukunftsspekulanten. Auch Ahnenforscher haben sich ihre Gedanken gemacht: Sie haben Verbindungen zu Dracula, dem ehemaligen französischen Präsidenten Francois Mitterand oder durch einen Englisch-Lehrer auch zu Goethe gefunden. Selbst über den Erziehungsstil der werdenden Eltern wird gegrübelt. Das Kind soll nah bei den Eltern aufwachsen. Konkrete Vorstellungen hat auch der Maler Kaya Mar, der Kate als junge Mutter mit Baby im Stil der Madonnenbilder malte.

Königlicher Geburten-Aufpasser bis ins 20. Jahrhundert 

Doch neu ist der Rummel um den royalen Nachwuchs nicht: Seit dem 17. Jahrhundert berichten die Zeitungen über das Geschehen im Königshaus. Beispielsweise musste Maria von Modena, die zweite Frau des englischen Königs James II., bei der Geburt ihres Sohnes Prinz James Francis Edward 42 Vertreter des öffentlichen Lebens im Kreißsaal dulden. Denn nachdem sie eine Reihe von Fehlgeburten hatte, wurde ihre erneute Schwangerschaft in der Öffentlichkeit angezweifelt. Bis Mitte des 20. Jahrhundert war es schließlich üblich, dass der britische Innenminister bei einer königlichen Niederkunft anwesend war – wenn auch eher aus Angst, dass der Königsfamilie ein nicht-königliches Baby untergejubelt würde.

Bei der Geburt von Prinzessin Kate wird abgesehen von ihrem Ehemann, ihrer Mutter und ihrer Schwester kein königlicher Aufpasser dabei sein. Die Öffentlichkeit muss also warten und hoffen, dass das Baby wirklich noch nicht da ist und die Royals nicht geflunkert haben. Bei Williams Geburt hat seine Mutter, die 1997 verstorbene Prinzessin Diana, jedenfalls einen späteren Zeitpunkt genannt, um Ruhe vor der Presse zu haben. Das Baby könnte also vielleicht längst da sein …

Quellen:
www.bild.de
www.sueddeutsche.de
www.n-tv.de
www.merkur-online.de
www.mittelbayerische.de
www.badische-zeitung.de

 

Franziska Böhl

VERÖFFENTLICHT AM

15. Juli 2013

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am 15.07.2013 um 11:27 Uhr

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