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blush-Werbung

Sexy Aufreger

Ähnlich wie der Autovermieter Sixt modelt die Berliner Unterwäschemarke "blush Lingerie" aktuelle Ereignisse in Politik und Gesellschaft in ihren Anzeigen zu provokanten, aber auch witzigen Motiven um. Für Werbung, die Spaß macht.

Werbung von blush lingerie
(Fotos: © blush lingerie/glow berlin via Facebook)

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So greift blush lingerie aus Berlin den Volksentscheid der Schweiz zur Einwanderungsbegrenzung auf, Foto: blush lingerie/glow berlin via Facebook

So greift blush lingerie aus Berlin den Volksentscheid der Schweiz zur Einwanderungsbegrenzung auf, Foto: blush lingerie/glow berlin via Facebook

Das Konzept ist vielleicht nicht neu, aber es funktioniert trotzdem gut: Die Dessousmarke blush bezieht mit Anzeigenmotiven zu politischen und gesellschaftlichen Themen Stellung. Das ist provokant, frech und wie es sich für eine Unterwäschekampagne gehört, immer sexy. Unterstützt wird blush dabei von der Berliner Agentur glow, die bereits seit einigen Jahren die Kampagnen des Labels umsetzt. Dabei spielt blush nicht nur gekonnt mit Medienereignissen, sondern startet auch innovative Werbestrategien, die zu den Themen Dessous, Lingerie und Nachtwäsche passen.

Volksabstimmung, Abhörskandal und ADAC-Krise

In den drei neuesten Motiven, die auf der Facebook-Seite von blush veröffentlicht wurden, werden die Volksabstimmung in der Schweiz, die "Fuck the EU" - Bemerkung von Victoria Nuland und der Manipulationsskandal des ADAC aufs Korn genommen. Auf dem Plakat, dass auf den Schweizer Volksentscheid anspielt, schaut eine Frau in einem blauen Nachthemd lasziv in die Kamera. Neben ihr steht die Frage: "Dear Swiss, do you really want to keep me out?". Die abfällige Bemerkung der US-Diplomatin Victoria Nuland wird auf dem Anzeigenmotiv in "Dear USA, no wonder, you want to fuck the EU." umgemünzt, und dem ADAC wird im Beisein einer jungen Dame in sexy Unterwäsche und schwarzen Strümpfen empfohlen: "Lieber ADAC, verdreht lieber Köpfe, statt Zahlen." So herrlich ironisch und wunderbar effektiv kann Werbung sein.

Doch nicht nur oben genannte Beispiele und Ereignisse müssen diesen Werbe-Spott über sich ergehen lassen: Auch der Abhörskandal der USA auf Angela Merkel, die Prunksucht des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst oder der NSA-Skandal um Edward Snowden wurden schon in Motiven für Werbeplakate aufgegriffen. Dabei wurde stets pointiert mit den politischen und gesellschaftlichen Aufregern gespielt.

Innovative Werbekonzepte

Der Werbestil der Berliner Unterwäschemarke ist nicht nur provokant: blush weiß auch mit innovativen Kampagnen zu überzeugen, die ebenfalls gemeinsam mit der Agentur glow umgesetzt wurden. So gab es beispielsweise Ende Januar 2014 zum Winterschlussverkauf in Berlin Mitte das "Heißeste Plakat der Welt" zu bestaunen. Darauf war eine Frauensilhouette aus einer 20 Meter langen Zündschnur zu sehen, die in Brand gesteckt wurde. Die Funken fraßen sich die Zündschnur entlang und hinterließen auf dem Plakatuntergrund eine Schmauchspur. Daneben formten 2.534 abgebrannte Streichhölzer das blush-Logo und die Botschaft "Hot Sale". Die Aktion gibt es auch in einem Video zu bestaunen.

Natürlich sorgt die Werbung von blush auch für Kontroversen und Diskussionen, sogar einstweilige Verfügungen hat es laut der Website des Labels wegen den Anzeigen schon gegeben - Geschmäcker sind eben verschieden.

Quellen:
www.blush-berlin.com
www.glow-berlin.de
glowberlin.wordpress.com
www.horizont.net

 

Kristina Simic

VERÖFFENTLICHT AM

20. Februar 2014

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