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Hochschule der Medien

Farbprojekt Chroma256

Eine Ausstellung geht auf Weltreise

Bedingt das Internet und seine weltweit einheitliche Darstellung eine „Globalisierung“ der Farbwahrnehmung? Dieser Frage sind Studenten der Hochschule der Medien (HdM) zusammen mit Kommilitonen aus sieben anderen Ländern rund um die Welt seit dem Wintersemester 2011 nachgegangen. Die Ergebnisse des internationalen Farbprojekts „Chroma256“ wurden im Februar 2014 im australischen Queensland erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, im Juli kommt die Ausstellung nach Stuttgart.

Das deutsche Logo des Projekts (Grafik: Philipp Kaltenbach, EMM)

Durch das Internet rückt die Welt enger zusammen. Genau wie die Welt wird dabei auch das Farberlebnis kleiner: von den Millionen von Farben, die das menschliche Auge wahrnehmen kann, sieht der Betrachter im Internet bedingt durch die vereinheitlichte grafische Darstellung nur 256 sogenannte "web-safe" Farbtöne. Egal wo auf der Welt - alle User nehmen im Netz ein einheitliches und gegenüber der Realität stark reduziertes Farbenspektrum war. Was geschieht dadurch mit der Farbwahrnehmung an sich, mit damit verbundenen kulturellen Phänomenen und deren Zuordnung zu Farben? Dieser Fragestellung haben sich Studententeams aus Deutschland, Australien, den USA, China, Indien, Südafrika, Ecuador und der Türkei in drei Schritten genähert.

Kunstobjekte aus Farben und Gefühlen

Im ersten Schritt wurden Farb-Präferenz-Untersuchungen mit Kindern, Studenten und Senioren durchgeführt, gesammelt und dokumentiert. Dabei entstanden Farbskalen, die zwischen den drei Altersgruppen und auch zwischen den verschiedenen Ländern deutliche Unterschiede erkennen lassen. Im zweiten Schritt wurden acht Schlüsselbegriffe untersucht, die für jeden Menschen - egal, wo auf der Erde und in welchem Kulturkontext sie leben - zentrale Bedeutung haben, Begriffe wie „Liebe" oder „Zuhause". Die Ergebnisse zeigen deutliche Differenzen zwischen den Kulturen und führen weiter zu speziellen Farbzuordnungen für diese acht Begriffe. Im dritten Schritt erarbeiteten die Studierenden als künstlerische Fortführung der Untersuchungen skulpturale Visualisierungen dieser Schlüsselbegriffe. In Form von Würfeln wurden die verschiedenen Assoziationscluster gestaltet und produziert.

Ausstellung mit großem Erfolg

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Von Links: HdM-Studentin Lena Holl, Projektinitiator Prof. Kevin Todd und Prof. Susanne Mayer bei der Vernissage im australischen Queensland (Foto: Kate Terton)
Zusammen mit Prof. Kevin Todd von der University of the Sunshine Coast im australischen Queensland (USC) hatte Prof. Susanne Mayer (Design-Dozentin im Studiengang Audiovisuelle Medien der HdM) das Projekt angestoßen und seither mit Studenten der HdM daran gearbeitet. In der Art Gallery der USC wurde „Chroma256" vom 13. bis 28. Februar 2014 zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Nachdem die Ausstellung schon auf ihrer ersten Station ein großes Publikum anziehen konnte, werden Teile davon auch in der HdM-Galerie an der Hochschule zu sehen sein. Am 22. Juli 2014 wird „Chroma256" im Rathaus Stuttgart eröffnet. Lena Holl, Studentin im Masterstudiengang Elektronische Medien der HdM, war während ihres Auslandsemesters in Australien an der Umsetzung der Ausstellung sowie der Gestaltung eines Ausstellungsbuches beteiligt. Sie begleitet auch die Vorbereitungen in Stuttgart. Susanne Mayer ist begeistert über den Erfolg in Australien und fiebert der Eröffnung von „Chroma256" in Stuttgart entgegen: „Wir freuen uns über die produktive und kreative Kooperation mit der USC und hoffen auf eine Weiterentwicklung dieses fruchtbaren Austausches."

VERÖFFENTLICHT AM

12. März 2014

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