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Internet weltweit sechstgrößer Stromverbraucher

Wäre das Internet ein Land, hätte es weltweit den sechstgrößten Stromverbrauch, wie aus dem neuen "Clicking Clean"-Bericht von Greenpeace hervorgeht. Dass Themen wie umweltfreundliches Internet, grüne Elektronik oder faire Produktionsbedingungen immer wichtiger werden, erkennen auch andere große Organisationen und Unternehmen.

Dreckig oder grün? Regelmäßig bewertet Greenpeace IT-Unternehmen und Elektronikhersteller, Quelle: Greenpeace Deutschland

Dreckig oder grün? Regelmäßig bewertet Greenpeace IT-Unternehmen und Elektronikhersteller, Quelle: Greenpeace Deutschland

Vor wenigen Tagen veröffentlichte die internationale Umweltorganisation Greenpeace ihren neuen Cloud Computing Report "Clicking Clean" über umweltfreundliches Internet. Greenpeace erklärte, dass der kollektive Stromverbrauch immer weiter steige. Wäre das Internet ein eigenes Land, hätte es weltweit den sechstgrößten Stromverbrauch. Grund genug für die Organisation, führende Betreiber von Rechenzentren zu einem bewussteren Umgang zu bewegen.

Unternehmen wie Facebook, Google oder Yahoo haben sich bereits verpflichtet, auf erneuerbare Energien zu setzen und beziehen ihren Strom zunehmend aus Wind- und Photovoltaik-Anlagen anstatt aus Kohlekraft-, Gas- und Atomenergie. Laut Greenpeace ging vor allem Apple am innovativsten und offensivsten mit der neuen Verpflichtung um. Innerhalb von nur zwei Jahren wechselten sie auf 100 Prozent Erneuerbare Energien. Am schlechtesten schnitt Amazon Web Services ab, das als "umweltschädlichstes und intransparentestes Unternehmen seiner Branche" gilt.

Grüne Elektronik im Vormarsch

Neben dem Energie-Fußabdruck des Internets beschäftigen sich Umweltschützer auch mit den Produkten und Geräten selbst: ihren Rohstoffen, ihrer Herstellung und ihrer Entsorgung. Fair und nachhaltig sollen die Geräte gebaut werden. Greenpeace gibt beispielsweise regelmäßig seinen Ratgeber "Grüne Elektronik" heraus und bewertet darin führende Hersteller von Unterhaltungselektronik nach den Kriterien Energie- und Klimapolitik, Grüne Produkte und Nachhaltige Betriebsabläufe. In der 18. Ausgabe, die im November 2012 erschien, lag der indische Hersteller Wipro auf einer Skala von 0 bis 10 mit 7,1 Punkten vorn. Ebenfalls über 5 Punkte erreichten HP, Nokia und Acer, die übrigen zwölf Firmen konnten nicht mithalten.

Freunde der Erde im Einsatz

Auch "Friends of the Earth", ein internationaler Zusammenschluss von Umweltschutzorganisationen, setzt sich immer wieder für grüne Elektronik ein. Unter anderem haben sie mit ihrer "Make It Better"-Kampagne bereits einige Firmen zum Umdenken bewegt. Vor wenigen Monaten freuten sie sich zum Beispiel, dass nun der Handyhersteller Samsung nicht mehr Zinn von der indonesischen Insel Bangka Island benutzen will, weil der Zinnabbau dort die Regenwälder und Korallenriffs zerstöre. Aktuell üben sie verstärkt Druck auf Apple aus, weil sie mit Zulieferern aus China zusammenarbeiten, die die Rechte ihrer Arbeiter verletzen und sie beispielsweise zu viele und zum Teil unbezahlte Überstunden machen lassen.

Grüne Produkte für grüne Kunden

Auch die Nutzer selbst können entscheiden, welche Produkte sie kaufen und damit welche Firmen sie in ihrer Unternehmenspolitik unterstützen wollen. Das Fairphone beispielsweise wurde als erstes fair produziertes Mobiltelefon gehandelt. Mitte Mai 2013 ging es in Produktion. Einen Hinweis auf umweltverträgliche Elektronikprodukte gibt auch das Umweltzeichen Epeat. Hersteller wie HP, LG und Acer listen in dem Bewertungssystem bereits ihre Geräte.

Noch mehr grüne Elektronik, Gadgets und Spielereien gibt es in dem Online-Shop Vireo, darunter Laptop-Taschen aus recycelten PET-Flaschen, USB-Sticks aus Kork oder Tastaturen aus Holz. Passend zur grünen Firmenphilosophie werden die Artikel in umweltverträglichen Verpackungen verschickt und der Webshop mit Ökostrom betrieben. Alles für umweltbewusste und nachhaltig handelnde Konsumenten.

Quellen:
www.greenpeace.org
www.fairlabor.org
www.makeitfair.org
www.foe.co.uk
www.umweltbundesamt.de
www.epeat.net
www.vireo-store.de

Franziska Böhl

VERÖFFENTLICHT AM

08. April 2014

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