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Apps, die die Welt nicht braucht?

"Yo!" - damit wäre alles gesagt, wenn es nach den Nutzern der gleichnamigen App geht. Investoren unterstützen diese Idee mit einer Finanzspritze von knapp einer Millionen Dollar, die Arbeitsplätze schaffen soll. Lohnt sich diese absurte Idee? "Yo" ist nicht die einzige App, die die Welt nicht unbedingt braucht.

Die Beschreibung im App-Store ist eindeutig: Die kostenlose App "Yo" ist "das einfachste und effektivste Kommunikationswerkzeug der Welt!" Die Nutzer können ihren Kontakten in einer Nachricht lediglich das Wort "Yo" zusenden. Mittlerweile hat die App ein Risikokapital von fast einer Millionen Dollar eingebracht. US-Medien wie die Financial Times berichteten über die Investorengruppe, die den Erfinder der App folglich mit rund 737.000 Euro finanziell unterstützt.

App war als Aprilscherz gedacht

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"Yo", "Yo". Damit wäre alles gesagt. Quelle: Life Before Us, LLC
Der Macher hinter der App, Or Arbel aus Israel, hatte "Yo" laut dem amerikanischen Nachrichtenblog "Think Progress" in gerade mal acht Stunden für Android- und iPhone-Geräte programmiert und pünktlich zum 1. April diesen Jahres als Aprilscherz herausgebracht. Jetzt will Or Arbel an der App Vollzeit arbeiten und sucht hierfür personelle Unterstützung. Ob die Welt solch eine App auf Dauer braucht und sich das Risiko lohnt in diese zu investieren, bleibt abzuwarten. Sicherheitslücken hat die einfach gemachte App. Studenten am Georgia Institute of Technology in Atlanta ist es gelungen die App über einfachem Wege zu hacken. "Wir können die Telefonnummer jedes Yo-Nutzers auslesen. Wir können Yos von jedem Nutzer spoofen und wir können jeden Nutzer mit so vielen Yos spammen, wie wir wollen", gaben sie bekannt. Für den Fall, dass man als Nutzer der App eines Tages genervt ist, gibt es die Blockierfunktion. Zur Weltmeisterschaft hat es sich der Nutzer namens Worldcup zur Aufgabe gemacht, seine Konktakte mit einem "Yo" zu informieren, sobald ein Tor geschossen wird.

App, die ein Festivalbesucher braucht

Der Festivaltag geht zu Ende und es geht zurück auf den Campingplatz. Doch wo steht eigentlich mein Zelt? Die Bezahl-App "TentFinder" für Apple-Produkte hilft! Sie ist eine Mischung aus Taschenlampe und Navigationsgerät.

Technisch ein Hingucker - mehr aber auch nicht. Quelle: Hottrix
Bevor es zum Konzertgelände geht, werden am Zelt die GPS-Koordinaten aufgerufen und gespeichert. Der Standort kann mit Name und Foto versehen werden, damit er später zusammen mit weiteren Standorten wie der Duschwagen oder der Uncle-Emma-Laden schnell auswählbar ist. Doch was wäre, wenn das Smartphone-Navi zwei Meter daneben misst? Wer sich einmal auf sein Umfeld und seine Nachbarn konzentriert, der wird auch ohne App und Smartphone den Weg zurück zum Zelt finden und neue Kontakte knüpfen anstatt auf das Smartphone zu schauen.

Brauchst du ein Glas Milch, Bier oder doch lieber eine Tasse heiße Schokolade?

Die App iBeer ist ein Hingucker auf jeder Party. Inzwischen kann man mit iMilk und iChocolate auch eine alkoholfreie Variante per Smartphone digital trinken. Wie es funktioniert? Ist der Bildschirm nach dem Öffnen der App einmal mit dem Wunschgetränk vollgelaufen, kann man es einfach wie ein Glas an den Mund führen und nach hinten kippen. Optisch hat man den Eindruck, dass die Flüssigkeit scheinbar in den Mund fließt. Was für ein Spaß.

Heute schon digital um die Wette gemolken? Quelle: Lemondo
"90 Millionen Nutzer"

Wenn man bei iBeer zu stark schüttelt, verschüttet man das Bier. Trinkt man zu schnell, zerbricht das Glas. Und auch bei iMilk sollte man vorsichtig sein, sonst gibt es Sahne statt Milch zum trinken. Laut eigenen Angaben von Hottrix nutzen inzwischen 90 Millionen Smartphone-Besitzer die App iBeer. Die App ist für Nutzer von Android, IPhone und Windows Phone als Gratis- oder Bezahl-Version im Store verfügbar. Für 0,99 Cent kann man weitere Biersorten auswählen, oder sich auch mal einen digitalen, dampfenden Kaffee gönnen.

App, die ein Stadtbewohner braucht

Milch für das Android-Gerät, iPhone oder das Windows Phone gibt es auch bei der kostenlosen App Milk The Cow. Das Ziel der App? Die prall gefüllten Euter einer Kuh müssen entleert werden. Wer ist schneller beim Melken? Du oder deine Freunde?

Für die App Nothing sind nicht mal Berechtigungen erforderlich. Foto: Ann-Katrin Wieland
Eine App, mit der man Kerzen auspustet gefällig? Die App Blase Luft gibt es für 0,89 Cent für das iPhone und sorgt dafür, dass Luft aus dem Gerät strömt - nicht immer effizient. Da fiel einem doch spfort "Atemlos" von Helene Fischer ein.

Und wer jetzt gedacht hat absurder geht es nicht mehr, für den gibt es jetzt noch Garnichts. Richtig gehört: Die App Nothing kann einfach nichts (außer einen schwarzen Bildschirm anzeigen). Das Beste an Nothing: Die App benötigt absolut keine Rechte.

 

Quellen:
spiegel.de
wiwo.de
itunes.apple.com
gruenderszene.de
Think Progress
heise.de
tentfinderapp.com
chip.de
hottrix.com
androidpit.de

Ann-Katrin Wieland

VERÖFFENTLICHT AM

28. Juni 2014

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