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Hochschule der Medien

Börsengang der Internetkonzerne

Agenda-Setting der digitalen Entrepreneure

Der chinesische Internethändler Alibaba hat es getan, Online-Versandhändler Zalando wird es noch tun und Facebook hat es schon längst hinter sich: den Börsengang. Große Internetunternehmen drängen vermehrt an die Börse und das Medienecho dazu ist übermäßig groß – warum eigentlich?

Vor wenigen Wochen kündigten sowohl das chinesische E-Commerce-Unternehmen Alibaba als auch der deutsche Kleidungsversandhändler Zalando den Börsengang für den Herbst 2014 an (Alibaba am 19. September 2014, Zalando am 1. Oktober 2014). Seitdem überschlagen sich die Medien mit Analysen, Spekulationen über die Aktien und Hintergrundinformationen zu den Unternehmen. "Dies liegt zum einen daran, dass viele sich noch an den Internet-Goldrausch zur Jahrtausend-Wende erinnern und zum anderen, dass die Börsengänge von Google und Facebook damals gezeigt haben, dass diese Unternehmen Gewinn und Umsatz deutlich steigern können. Und das gefällt dem Investor", erklärt Professor Dr. Boris Kühnle, Studiendekan im Studiengang Medienwirtschaft an der Hochschule der Medien, das große Interesse der Medien.

Nach Google und Facebook drängen auch Alibaba und Zalando an die Börse, Quelle: Travel Aficionado via flickr, www.alibaba.com, www.zalando.de

Nachfahren von Facebook und Google

Der Börsengang des Sozialen Netzwerks Facebook im Jahr 2012 gilt als einer der spektakulärsten und öffentlich diskutierten Börsengänge überhaupt; die Börsenbewertung lag bei 100 Milliarden Dollar - viermal so hoch wie die Suchmaschine Google bei seinem Börsengang 2004. Nach dem anfänglichen Fall hat sich die Aktie des Sozialen Netzwerks wieder gefangen und bis heute etabliert. Facebook hat es geschafft, innerhalb weniger Jahre nach der Gründung Milliardenumsätze zu generieren. Auch der Internetkonzern Google hat gezeigt, dass er den Anlegern große Gewinne einbringen kann.

Jeder Börsengang bringt Geld

"Die Finanz-Community freut sich immer über einen Börsengang", meint Kühnle. Vor allem weil in den vergangenen Jahren häufig Flaute herrschte in Sachen Börsengang. Das Medienecho sei wahrscheinlich genauso groß, wenn beispielsweise Aldi an die Börse ginge. Denn jeder Börsengang bringe Geld: nicht nur für die Banker und Spekulanten, sondern auch für das Unternehmen selbst. Mit einem Börsengang erhält das Unternehmen eine Finanzspritze für jede verkaufte Aktie. Das sei im angelsächsischen Raum die Regel, um an Geld zu kommen, so Kühnle weiter.

"Bei Alibaba ist die Besonderheit außerdem, dass durch den Börsengang an der Wallstreet, die Wirtschaftsmacht China sichtbar gemacht wird", fügt Kühnle hinzu. Denn Alibaba war vor dem Börsengang außerhalb Chinas nur wenig bekannt. Der chinesische Internetriese handelt mit fast allem: von Autoteilen über Büromaterial und bis hin zu Damenbinden. Zum Konzern gehört ein riesiges Geflecht an Unternehmen, das nur schwer zu durchschauen ist. 80 Prozent der Online-Einkäufe in China finden auf den Plattformen von Alibaba statt.

Kann die Digitalbranche den Höhenflug halten?

Gerade weil ein Börsengang neues Geld liefert, ist er für die Internetunternehmen verlockend. "Es ist vorstellbar, dass in Zukunft ein Anziehen der Digitalbranche auch ein Anziehen der Börsengänge zur Folge hat", schätzt Kühnle. Ob die Internetkonzerne ihren Erfolgskurs an der Börse halten können, wird die Zukunft zeigen. Ein großes Medienecho ist ihnen so oder so sicher.

Quelle:
www.faz.net
www.handelsblatt.de
www.spiegel.de
www.tagesschau.de

 

Anna Ebner

VERÖFFENTLICHT AM

26. September 2014

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