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TV-Jubiläum

80 Jahre Fernsehen

Ob mit LCD, LED oder noch klassisch als Röhre: Seit vor 80 Jahren das erste Fernsehprogramm der Welt auf Sendung ging, ist viel passiert. An das schwarz-weiß verschwommene Flimmerbild von einst erinnert heute nichts mehr. Vielmehr ist das Digitalfernsehen mit hunderten von Programmen Realität.

Ein Graetz Fernsehempfänger Kornett von 1956, Quelle: wikipedia.de

Ein Graetz Fernsehempfänger Kornett von 1956, Quelle: wikipedia.de

Seine wohl größten Momente hatte das Fernsehen in den 1950er Jahren: Die Zahl der Zuschauer steigt täglich, erste Farbaufnahmen laufen über den Bildschirm und die Krönung von Elizabeth II. am 2. Juni 1953 geht als erstes im Fernsehen übertragenes Großereignis in die Geschichte ein.

Dabei hat alles bereits 30 Jahre vorher begonnen. Am 26. Januar 1926 fand in London die weltweit erste Fernsehvorführung vor Publikum statt, drei Jahre später startete der Rundfunksender Witzleben vom Berliner Funkturm aus mit ersten deutschen regelmäßigen Testsendungen. Um den Briten mit einem regelmäßigen Fernsehprogramm zuvorzukommen, ging das deutsche NS-Regime am 22. März 1935 völlig überstürzt mit ihrem Sender „Paul Nipkow“ auf Sendung. Zunächst wurde an drei Abenden in der Woche ein Mix aus Wochenschau, Fernsehspiel und Ratgebersendungen ausgestrahlt. Nur drei Monate später lief das zweieinhalb Stunden dauernde Programm an sieben Tagen in der Woche.

Fernsehen verbindet

Das erste Ereignis des noch jungen Mediums folgte nur ein Jahr später: Im August 1936 fanden in Berlin die Olympischen Sommerspiele statt. Ein Großaufgebot an Fernsehkameras übertrug die Sportveranstaltung quasi live in die überfüllten Fernsehstuben. Dabei saßen 20 bis 40 Personen in öffentlichen Räumen um zwei Fernsehgeräte, deren Bildschirme nicht größer als 22 Zentimeter waren. Rund 160.000 Zuschauer verfolgten damals die Wettkämpfe. Ein eigenes Fernsehgerät besaßen damals nur die wenigsten: NSDAP- Funktionäre und hohe Rundfunkmanager waren die einzigen, von ihrem Wohnzimmer aus das Programm verfolgen konnten. Noch vor Ende des Zweiten Weltkrieges stellte "Paul Nipkow" sein Programm im Oktober 1944 ein. Nach dem Krieg dauerte es in Deutschland bis in die 1950er Jahre, ehe die Zahl der Fernsehapparate in Privathaushalten die Millionenmarke knackte.

In den USA besaß um 1955 bereits die Hälfte aller Haushalte ein Fernseher. Gesendet wurden vor allem Adaptionen erfolgreicher Radiosendungen aus den 30er und 40er Jahren. Sitcoms und Comedy-Sendungen waren besonders beliebt. In den USA sind Pay-TV-Programme bereits seit den 80er Jahren ein fester Bestandteil der Fernsehlandschaft - schon Ende des Jahrzehnts hatten 30 Prozent der Amerikaner ein Abonnement.

Fernsehen rund um die Uhr

Seither hat sich viel getan: Alleine in Deutschland gingen 2014 über acht Millionen Fernsehapparate über die Ladentische. Dank LCD- und LED-Technik sind inzwischen so flach, dass sie an Wänden hängen können. Auch die Auswahl an Fernsehsender ist inzwischen gestiegen. Vor allem die Öffnung des Rundfunks für private Anbieter wie Sat.1 oder RTL, sorgte 1984 für einen Boom neuer Sender. Heute sind 118 Voll- und Spartenprogramme rund um die Uhr im deutschsprachigen Raum empfangbar, über Satellit sogar mehrere hundert. Hinzu kommen zahlreiche Regional- und Lokalsender, Pay-TV-Kanäle und Angebote aus dem Internet.

Stephanie Frank

VERÖFFENTLICHT AM

22. März 2015

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