DE | EN

Studieren. Wissen. Machen.

Hochschule der Medien

"Pulse of Europe"

Ein Zeichen für Europa setzen

Am 25. März 1957, vor ziemlich genau 60 Jahren, unterzeichneten Italien, Frankreich, die Bundesrepublik und die Beneluxstaaten die sogenannten Römischen Verträge. Sie bildeten damit die Grundlage der heutigen EU. Nach dem "Brexit" und dem Aufkommen vieler Parteien mit nationalistischen, Anti-EU orientierten Tendenzen, entstand vergangenes Jahr eine Art Gegenbewegung. Die privat organisierte Bürgerinitiative "Pulse of Europe" will ein positives Zeichen für Europa setzen.

Die Anfänge der EU gehen auf die 1950er Jahre zurück, Foto: Screenshot via YouTube.com

Die Anfänge der EU gehen auf die 1950er Jahre zurück, Foto: Screenshot via YouTube.com

Am 9. November 2016, einen Tag nach der Wahl des amerikanischen Präsidenten, entwickelten die Frankfurter Rechtsanwälte Daniel und Sabine Röder ein Konzept für eine pro-europäische Bewegung. "Pulse of Europe" sollte sie heißen. Die Initiative beruft sich nach ihrem eigenen Verständnis auf zehn europäische Grundthesen, verfolgt allerdings keine parteipolitischen Ziele. Anhänger werden dazu aufgerufen, sich öffentlich zur europäischen Idee mit all ihren Grundfreiheiten zu bekennen. In diesem Jahr finden entscheidende Wahlen in mehreren europäischen Ländern statt. Die Bewegung will mit ihren öffentlichen Versammlungen dazu beitragen, dass nach den Wahlen pro-europäische Kräfte mehrheitsfähig regieren können.

Immer wieder sonntags

An einem Sonntag Ende 2016 trafen sich die ersten Unterstützer im Frankfurter Europaviertel. "Tragt euch den Sonntag, 14 Uhr als festen Termin in den Kalender ein, verbindet ihn mit einem Sparziergang, bringt Familie und Freunde mit", heißt es im Webauftritt von "Pulse of Europe". Seit Anfang des Jahres finden nun jeden Sonntag Kundgebungen auf öffentlichen Plätzen in zahlreichen europäischen Städten statt. Auch in Stuttgart, wo sich die Europa-Befürworter zum Ende der Woche mit Europafahnen, vielfach angezogen im Blau oder Sonnengelb der EU-Flagge, am Marktplatz treffen.

Es existieren viele positive Stimmen, unter anderem von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der die Bewegung in seiner Antrittsrede lobte. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung betont die Tatsache, dass sich die Initiative für eine Sache ausspreche und nicht dagegen. Allerdings wird die Initiative auch unter Beschuss genommen. Im "Spiegel" kritisiert die Europa-Aktivistin Ulrike Guérot die Tatsache, dass "Pulse of Europe" es bislang vermeide, sich auf konkrete Anliegen festzulegen.

 

Quellen: Spiegel, Die Zeit, FAZ, Pulse of Europe

Anna-Maria Relle

Die zehn Grundthesen von Pulse of Europe

  1. Europa darf nicht scheitern
  2. Der Frieden steht auf dem Spiel
  3. Wir sind verantwortlich
  4. Aufstehen und wählen gehen
  5. Grundrechte und Rechtsstaatlichkeit sind unantastbar
  6. Die europäischen Grundfreiheiten sind nicht verhandelbar
  7. Reformen sind notwendig
  8. Misstrauen ernst nehmen
  9. Vielfalt und Gemeinsames
  10. Alle können mitmachen - und sollen es auch

VERÖFFENTLICHT AM

11. April 2017

ARCHIV

Wissenswertes
WAS DENKEN SIE DARÜBER?


Verstanden

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren