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EU-Roaming-Gebühren 14. Juni 2017

"Roam like Home"?

Ab 15. Juni 2017 kann im europäischen Ausland zum Inlandstarif gesurft, telefoniert und gesimst werden. Dank der neuen EU-Verordnung "Roam like Home" entfallen zukünftig teure Roaming-Gebühren innerhalb der europäischen Mitgliedsstaaten. Doch es gibt auch finanzielle Haken – denn Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel.

Mit "Roam like at Home" kann man im EU-Ausland zu Inlandstarifen telefonieren, simsen und surfen (Bild: https://europa.eu/european-union/about-eu/symbols/flag_de)
Mit "Roam like at Home" kann man im EU-Ausland zu Inlandstarifen telefonieren, simsen und surfen (Bild: https://europa.eu/european-union/about-eu/symbols/flag_de)
Kunden sollten ihren Vertrag prüfen
Kunden sollten ihren Vertrag prüfen

Innerhalb der Europäischen Union (EU) sowie Island, Norwegen und Liechtenstein entfallen ab 15. Juni 2017 die Roaming-Gebühren für das Telefonieren, SMS schreiben und Surfen. Die Kosten für die Nutzung der Dienste wird an den Inlandstarif des Nutzers angepasst, sprich: im EU-Ausland zahlt man genauso viel wie in seinem Tarif-Heimatland. Doch auch wenn dies ein großer Schritt im Verbraucherschutz ist, wird vor potenziellen Tücken gewarnt.

Roaming-Aufschläge bei intensiverer Nutzung

So können Mobilfunkanbieter Tarife in ihrem Programm haben, die kein Roaming erlauben oder Einschränkungen für die Nutzung im Ausland aufweisen. Deshalb sollten Kunden in ihren Vertragsbedingungen nachlesen, welche Roaming-Regelungen für ihren Tarif festgelegt sind. Darüber hinaus können den Kunden weiterhin Roaming-Aufschläge in Rechnung gestellt werden, wenn eine vom Roaminganbieter festgelegte und von der Europäischen Kommission determinierte Grenze bei der Handy-Nutzung im Ausland überschritten wird. Um festzustellen, ob das Verhältnis von Inlands- und Auslandsnutzung angemessen ist, darf der Mobilfunkanbieter die Nutzerdaten speichern und auswerten. Stellt er innerhalb von vier Monaten fest, dass das Smartphone im Ausland mehr und intensiver genutzt wurde als im Inland, darf er beim Nutzer nachfragen. Dieser muss sich dann erklären. Anschließend muss bei der Handy-Nutzung im Ausland mit Aufschlägen gerechnet werden. Mit dieser Regelung soll verhindert werden, dass es durch das Aussuchen der billigsten Mobilfunkanbieter in Europa zu einem Anstieg der Telefontarife kommt. Für Pendler, die in einem EU-Land wohnen und in einem anderen arbeiten, gelten Ausnahmen.

Anrufe und SMS ins Ausland sind ausgenommen

Anrufe und SMS vom Inland ins EU-Ausland werden weiterhin verhältnismäßig teuer bleiben. Denn diese werden von den neuen EU-Regelungen nicht abgedeckt. So können Anrufe aus dem Ausland ins Ausland künftig im Verhältnis günstiger werden als gleichwertige Anrufe aus dem Inland. Darüber hinaus ist bei Kreuzfahrten und im Flugzeug Vorsicht geboten: Die Nutzung mobiler Daten sowie das Telefonieren und Simsen auf Schiffen oder im Flugzeug unterliegt nämlich der neuen EU-Roaming-Verordnung nicht. Zudem bleiben Roaming-Gebühren außerhalb der Europäischen Union weiterhin bestehen. Darunter fallen auch Länder wie die Schweiz, die Isle of Man, die britischen Kanalinseln sowie San Marino, Andorra oder Monaco. Je nach Mobilfunkanbieter können manche dieser Länder trotzdem unter die EU-Länderliste fallen. Bei Telekom ist beispielsweise die Schweiz ebenfalls Teil der umgesetzten "Roam like Home"-Regelung. Wer sich in Grenzgebieten aufhält, sollte also darauf achten, in welches Netz sich das Smartphone einloggt.

Schutz von Mobilfunkanbietern mit schwachem Roaming-Umsatz

Um Mobilfunkanbieter zu schützen, da sie bisher einen Teil ihres Umsatzes durch Roaminggebühren erbracht haben, sieht die EU-Verordnung eine Sonderregelung vor: Wenn Mobilfunkanbieter aufgrund der EU-Roaming-Verordnung nachweislich ihre Kosten nicht decken können und ihr inländisches Entgeltmodell bedroht ist, können sie einen Antrag an die nationale Regierungsbehörde stellen. Wenn diese zustimmt, können von Mobilfunkanbietern ausnahmsweise Roaming-Aufschläge über einen Zeitraum von zwölf Monaten erhoben werden, um ihre Kosten zu decken.

Ausgewählte Mobilfunkanbieter:

Telekom
Die Roaming-Gebühren entfallen ab dem 15. Juni 17 für die MagentaMobil Tarife mit der gebuchten Option "Weltweit" in den EU-Ländern sowie in Norwegen, Island, Liechtenstein und der Schweiz.
Congstar

Die Roaming-Gebühren entfallen ab dem 15. Juni 2017 in den EU-Ländern sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein (Länderzone 1). Mobilfunktarife, die Roaming ausschließen oder nur gegen Zuschläge ermöglichen, gibt es aktuell bei Congstar nicht und werden auch nicht zum 15. Juni 2017 eingeführt. 

Vodafone

Die Roaming-Gebühren entfallen ab dem 15. Juni 2017 in den EU-Ländern sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein. Nord-Zypern ist ausgenommen. Wenn vorher für die EU-Länder eine Roaming-Option genutzt wurde, wird diese gelöscht. 

 Blau

Die EU-Auslandsnutzung wird ab dem 15. Juni 2017 in den EU-Ländern sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein an den Inlandstarif angepasst. Zusätzlich wird je nach Tarif für Telefonate, SMS, und Datenvolumen ein Aufpreis fällig. 

 o2 Die Roaming-Gebühren entfallen ab dem 15. Juni 2017 in den EU-Ländern sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein. Dafür müssen Kunden jedoch den regulierten EU-Roaming-Tarif (auch "Roaming Basic" bzw. "Weltzonenpack" und "Mobiles Internet Ausland" genannt) besitzen. Wer diesen Tarif bereits nutzt, wird automatisch umgestellt. Andere, die die EU-Regelung nutzen möchten, müssen zum Tarif wechseln. Hierfür muss eine SMS mit dem Kennwort "JA" an die 65544 geschickt werden. Anschließend wird man automatisch auf den regulierten Tarif umgestellt und erhält eine Bestätigungs-SMS. 

Alle Angaben ohne Gewähr. Bitte die jeweiligen Vertragsbedingungen für den jeweiligen Tarif prüfen.

Quellen:

  • bundesnetzagentur.de
  • faz.net
  • focus.de
  • n-tv.de
  • spiegel.de
  • sparhandy.de
  • tagesspiegel.de
  • telekom.de
  • congstar.de
  • vodafone.de
  • base.de
  • blau.de
  • o2.de

Marleen Kledig

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