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Veranstaltungsbeschreibung

223634b Transferprojekt Empirische Medienforschung

Zuletzt geändert:25.09.2017 / Zöllner
EDV-Nr:223634b
Studiengänge: Medienwirtschaft (Bachelor, 7 Semester), Prüfungsleistung im Modul Empirische Medienforschung in Semester 4 6 7
Häufigkeit: nur SS
Dozent: Prof. Dr. Oliver Zöllner
Sprache: Deutsch
Art: P
Umfang: 2 SWS
ECTS-Punkte: 3
Workload: 2 SWS / 3 ECTS: 15 Termine zu je 2 SWS = 22,5 Zeitstunden; Vor- und Nachbereitung: 15 Termine zu je 1,5 Zeitstunden = 22,5 Zeitstunden; Konzeptionsarbeit, Feldarbeit, Auswertungen: 3 Termine zu je 5 Zeitstunden = 15 Zeitstunden; Verfassen der Studienarbeit: 5 Termine zu je 6 Stunden = 30 Zeitstunden. Gesamter Zeitaufwand (Workload) = 90 Zeitstunden
Prüfungsform:
Beschreibung: Das Transferprojekt vertieft die bisher erworbenen Kenntnisse auf dem Gebiet der Markt- und Medienforschung und erprobt sie in einer praktischen Anwendung. Hierzu werden vor allem die Erkenntnisse aus dem parallel angebotenen (und mit zu belegenden) Seminar "Empirische Medienforschung: Methoden und Theorien" herangezogen. Daher sollen beide Veranstaltungen auf ein gemeinsames Thema der Markt- und Medienforschung fokussiert werden. Eine konkrete Fallbearbeitung im Zusammenwirken mit der Praxis ist anzustreben. Wir werden quantitative und qualitative Methoden anwenden.
Das heißt: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden (je nach Teilnehmerzahl: ggf. in mehreren Gruppen) ein Forschungsprojekt konzipieren und selbständig umsetzen. Am Ende präsentieren sie ihre Ergebnisse und verschriftlichen diese als (Gruppen-)Hausarbeit.

WAS MACHEN WIR IM SOMMERSEMESTER 2017?

Das Vinylrevival der letzten Jahre ist vielleicht der größte Treppenwitz der Medienentwicklung. "Die Schallplatte kehrt zurück. Oder war sie nie weg?" Da tut sich wirklich was: "It's alive! Vinyl makes a comeback." Solche Schlagzeilen sind fast schon alltäglich - und sie verweisen auf ein Phänomen. Oberthema dieses Moduls im Sommersemester 2017 ist die Vinylkultur, d.h. die seit rund zehn Jahren intensiv zu beobachtende Renaissance eines älteren Speichermediums, der Vinylschallplatte, und die damit einhergehende Wiederbelebung einer speziellen Musik-, Pop-, Liebhaber-, Fan-, Geek- und Szenekultur einschließlich ihrer Begleitmedien. Die Umrisse und Bedeutungen dieses Mediums und seiner kulturellen Praxis sollen im Kurs mit den Mitteln der empirischen Publikums- und Medienforschung beantwortet werden. Die Teilnehmer*innen werden dabei eigene Schwerpunkte setzen.
Konkret werden wir im Kurs entsprechende Leitfragen entwickeln und anschließend Beobachtungen, Befragungen und Analysen im Umfeld von Vinyl-Produzenten, -Händlern und -Konsumenten durchführen. (Inzwischen sind ja auch wieder Cassetten schwer angesagt. Wir könnten uns fragen: Warum? Ist das bloß ein Retrotrend des Digitalzeitalters, ein Distinktionsmerkmal für Hipster und Nerds oder steckt mehr dahinter?) Ziel des Moduls ist, die Mechanismen der Aneignung von Medien und ihrer Inhalte sowie des Umgangs damit in ihren jeweiligen gesellschaftlichen, kulturellen und medialen Kontexten zu verstehen. Dies geht über "die Schallplatte" an sich (als physischer Speicher von Inhalten) weit hinaus und hat viel mit unserem Umgang mit (zunehmend entmaterialisierten) Medien als Environments zu tun.
SPEZIELLE LITERATUR ZUM SEMINARTHEMA:
  • Bartmanski, Dominik / Woodward, Ian (2015): Vinyl: The Analogue Record in the Digital Age. London, New York: Bloomsbury. [Info]
  • Calamar, Gary / Gallo, Phil (2009): Record Store Days: From Vinyl to Digital and Back Again. New York, London: Sterling. [Info]
  • Diederichsen, Diedrich (2014): Über Pop-Musik. Köln: Kiepenheuer & Witsch. [Info]
  • Hills, Matt (2002): Fan Cultures. London, New York: Routledge. [Info]
  • Magaudda, Paolo (2011): When Materiality 'Bites Back': Digital Music Consumption Practices in the Age of Dematerialization. In: Journal of Consumer Culture, Vol. 11(1): 15-36. [Info]
  • Reynolds, Simon (2011): Retromania: Pop Culture's Addiction to Its Own Past. London: Faber & Faber. [Info]
  • Shuker, Roy (2010): Wax Trash and Vinyl Junkies: Record Collecting as a Social Practice. Aldershot: Ashgate. [Info]
  • Yochim, Emily Chivers / Biddinger, Megan (2008): 'It Kind of Gives You That Vintage Feel': Vinyl Records and the Trope of Death. In: Media, Culture and Society, Vol. 30(2): 183-195. [Info]
  • ...und regelmäßig auch in
  • MINT. Magazin für Vinylkultur (seit 2015) [Info]
  • oder auch
  • Vinyl. Das Schallplattenmagazin (seit 2017) [Info]

  • Stuttgarter Orte für erste empirische Erkundungen zum Thema könnten z. B. sein:
  • Second Hand Records [Info; vgl. auch Bartmanski/Woodward 2015: 150]
  • oder Events wie die
  • Schallplatten-Tupperparty im White Noise [Info 1] [Info 2].
  • Aber es gibt natürlich noch viel mehr. Wir machen uns auf die Suche.

    Die Studierenden sind nach Abschluss des Transferprojekts in der Lage,
    - relevante Literatur kompetent zu recherchieren und auszuwerten,
    - eine konkrete Fragestellung der empirischen Medienforschung in methodisch angemessener Form zu bearbeiten,
    - einen theoretischen Zusammenhang zu analysieren,
    - gezielt Kontakte mit der Praxis zu knüpfen,
    - Feldforschung vorzubereiten, zu organisieren und durchzuführen,
    - Ergebnisse zu präsentieren und einen Ergebnisbericht zu verfassen.
    English Title: Applied Empirical Media Research: Doing Fieldwork
    Literatur: Lamberti, Jürgen (2001): Einstieg in die Methoden empirischer Forschung. Planung, Durchführung und Auswertung empirischer Untersuchungen. Tübingen: DGVT.
    Wegener, Claudia; Mikos, Lothar (2005): Wie lege ich eine Studie an? In: dies. (Hrsg.): Qualitative Medienforschung. Ein Handbuch. Konstanz: UVK, S. 172-180.

    Weitere Literatur finden Sie in der HdM-Bibliothek.
    Internet: Die kostenfreie Software GrafStat ermöglicht das Anlegen von Fragebögen sowie das Verwalten und Auswerten von Daten. Auch sehr nützlich: das Angebot von StudentenForschung.de.
    Kostenfreie Transkriptionssoftware "f4audio" bzw. "f4web" erleichtert das Dokumentieren verbaler Daten (Tiefeninterviews, Gruppendiskussionen etc.).
    Eine Software zur Auswertung von Texten mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring ist QCAmap - und ist kostenfrei!
    Schön ist auch MAXQDA [Demoversion hier], nicht zuletzt das Infotutorial/Webinar lohnt sich anzuschauen.
    Für Mac gibt es auch die Software Annotations zur Auswertung von qualitativen Textdaten - mit einer kostenlosen Basisversion und einer relativ günstigen Vollversion.
    Das Portal Quasus: Methoden qualitativer Sozial-, Unterrichts- und Schulforschung bietet hervorragende Einführungen und Literaturtipps - einfach mal auf die Reiter "Was muss ich wissen?", "Wie kann ich vorgehen?" und "Wer kann mir helfen?" klicken!
    Online-Zeitschrift Forum Qualitative Sozialforschung (FQS).
    Dennis Lists Website Audience Dialogue mit vielen hilfreichen Ressourcen und Downloads, darunter auch das Online-Publikumsforschung-Tutorial Know Your Audience [© Audience Dialogue]. Klasse!

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