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'DigitalPakt Schule': Weg in die Zukunft?

Diskussionsrunde im Deutschlandfunk

'DigitalPakt Schule': Milliarden für die digitale Infrastruktur. Sendung im Deutschlandfunk ('Campus und Karriere') am 3. Juni 2017 (Screenshot: Oliver Zöllner; Quellvorlage: DLF)
'DigitalPakt Schule': Milliarden für die digitale Infrastruktur. Sendung im Deutschlandfunk ('Campus und Karriere') am 3. Juni 2017 (Screenshot: Oliver Zöllner; Quellvorlage: DLF)

Am 3. Juni 2017 war HdM-Professor Oliver Zöllner vom Institut für Digitale Ethik Studiogast der Deutschlandfunk-Sendung "Campus und Karriere". Zusammen mit anderen Experten diskutierte er, inwieweit der am 1. Juni vorgestellte "DigitalPakt Schule" angemessen in die Zukunft weist. Der "DigitalPakt Schule" ist eine neuartige Kooperation zwischen Bund und Ländern unter Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, mit der ab 2018 über einen Zeitraum von fünf Jahren rund fünf Milliarden Euro in die technische Ausstattung von Schulen (z.B. W-LAN-Netze, digitale Lehrmittel und Endgeräte) investiert werden sollen.

Die Teilnehmer der Diskussionsrunde waren sich einig, dass deutsche Schulen im internationalen Vergleich in der digitalen Ausstattung hinterherhinken. Sie hinterfragten aber, ob der Fokus auf die techische Aufrüstung der Schulen und, damit einhergehend, auf die vor allem instrumentelle Kompetenz der Schüler (und Lehrer) im Rahmen der MINT-Fächer ausreichend sei. Zöllner vertrat vehement den Standpunkt, dass auch die Reflexionskompetenz von Schülerinnen und Schülern gestärkt werden müsse, damit sie die digitale Entwicklung auch im Kontext ihrer ökononmischen, politischen, sozialen, kulturellen und ethischen Dimensionen verstehen können. Und nicht zuletzt kritisierte er den Mangel an Folgekostenabschätzung auf Seiten des BMBF: Wer soll sich an den Schulen um die Einrichtung, Wartung und Pflege (auch im Sinne von ständig notwendigen Updates und Reparaturen) kümmern? Bisher machen das aller Erfahrung nach engagierte Lehrer projektbezogen "nebenher", doch dies ist bei einer großflächigeren Implementierung kaum möglich. Und was geschieht mit den angeschafften Geräten und der installierten Infrastruktur nach Auslauf der Programmförderung, wenn möglicherweise kein Geld mehr da ist? Um es kurz zu fassen: Hier besteht noch sehr großer Klärungsbedarf.

Oliver Zöllners Mitdiskutanten waren Mathis Prange, Koordinator für Medienkompetenz im Lehramtsstudium am Zentrum für Lehrerbildung der Universität Gießen, Holger Meeh von der Arbeitsstelle neue Medien der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, und Simon Nickels, Schüler und Medienscout in Bonn. Moderiert wurde die einstündige Sendung von Mike Herbstreuth.


Weiterführende Links:
Die Sendung zum Nachlesen und Nachhören


Autoren

Name:
Prof. Dr. Oliver Zöllner  Elektronische Visitenkarte
Forschungsgebiet:
Empirische Medienforschung, Soziologie der Medienkommunikation, Digitale Ethik, Public Diplomacy, Nation Branding
Funktion:
Professor
Lehrgebiet:
Medien-, Publikums- und Marktforschung, sozialwissenschaftliche Methodenlehre, Soziologie der Medienkommunikation, Digitale Ethik, Public Relations, Public Diplomacy, Nation Branding, Hörfunkjournalismus
Studiengang:
Medienwirtschaft (Bachelor, 7 Semester)
Fakultät:
Fakultät Electronic Media
Raum:
216, Nobelstraße 10 (Hörsaalbau)
Telefon:
0711 8923-2281
Telefax:
0711 8923-2206
E-Mail:
zoellner@hdm-stuttgart.de
Homepage:
http://www.media-research.eu
Oliver Zöllner

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